Einführung einer Fußgängerzone zum 15. April 2023

Der Grundsatzbeschluss steht: Auf der Hauptstraße wird zwischen Sparkassen- und Schlaufenkreisel eine Fußgängerzone eingerichtet. Auf rund 400 Metern Länge soll dieser Abschnitt für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. Vorbehaltlich der Entscheidung des Gemeinderats wird die Fußgängerzone am 15. April 2023 eingeführt.
 
Hier erhalten Sie alle wichtigen Informationen dieses richtungsweisenden Projekts.

Die Fußgängerzone kommt …

… weil wir die Lebens- und Aufenthaltsqualität erhöhen wollen
 
… weil wir mehr Platz für die Fußgängerinnen und Fußgänger wollen
 
… weil wir den öffentlichen Raum attraktiver gestalten wollen
 
… weil wir eine zentrumsbildende Hauptstraße wollen
 
… weil wir einen Ort der Begegnung wollen

Fragen & Antworten zur Fußgängerzone

Wann kommt die Fußgängerzone?

Die Fußgängerzone zwischen Sparkassen- und Schlaufenkreisel wird am 15. April 2023 eingerichtet.

Warum erfolgt die Sperrung nicht am 29. September?

Bei nur zwei Gegenstimmen hatte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am 26. Juli deutlich für die Einrichtung einer Fußgängerzone zwischen Sparkassen- und Schlaufenkreisel parallel zur Eröffnung der Dreiländergalerie ausgesprochen. So sollte ab dem 29. September dieser Abschnitt für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. Nach intensiven wie konstruktiven Gesprächen zwischen Einzelhändlerinnen und -händlern, Stadtverwaltung und den Gemeinderatsfraktionen wurde nun auf Bitte von 34 angrenzenden Gewerbetreibenden der Termin um ein halbes Jahr verschoben.

Was erhofften sich die Verantwortlichen von der Verschiebung?

Am Grundsatzbeschluss zur Fußgängerzone wird nicht gerüttelt. Der Vereinbarung zwischen Gewerbetreibenden, Verwaltung und den Gemeinderatsfraktionen bietet jedoch die große Chance auf einen erfolgreicheren Start dieses richtungsweisenden Projekts. Die Meinung aller Beteiligten ist klar: „Nun ist die einmalige Chance da, um gemeinsam die Fußgängerzone vorzubereiten und zu entwickeln.
 
Der große Vorteil dieser Variante ist, dass nun alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Zudem bleibt genügend Zeit, um die Fußgängerzone umfassend und in aller Gründlichkeit vorzubereiten. Das gilt für den Einzelhandel und für die Stadtverwaltung gleichermaßen. Viele Einzelhändler waren mit der kurzfristigen Entscheidung überfordert sind und können nicht mit Begleitmaßnahmen innerhalb ihres Geschäftes reagieren. Die Händlerinnen und Händler glauben auch, dass der Start zur warmen Jahreszeit mehr Akzeptanz bei den Bürgern und Besuchern findet.
 
Auch wenn die Verwaltung weiter einen Anfangsvorteil bei gleichzeitiger Öffnung von Dreiländergalerie und Fußgängerzone sieht und seit der Entscheidung im Ratsrund Ende Juli auch mit Hochdruck an der Gestaltung dieser wichtigen städtebaulichen Entscheidung gearbeitet hat. Der eng gefasste Zeitrahmen hätte dafür gesorgt, dass bei Planung und Umsetzung der Maßnahmen zunächst nur provisorische Lösungen infrage gekommen wären. Das wird im April voraussichtlich nicht mehr notwendig sein.

Und was meint der überwiegende Teil der Gemeinderatsfraktionen?

Obwohl eine zügige Umsetzung nach wie vor von den politischen Entscheidungsträgern priorisiert wird, sehen sie zum überwiegenden Teil deutlich bessere Erfolgsaussichten, wenn der Weg miteinander und mit etwas mehr Vorbereitungszeit gegangen wird. Die endgültige Entscheidung, ob die Einrichtung der Fußgängerzone nochmals verschoben wird, fällt der Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. September.

Wie werden sich Stadtverwaltung und Gewerbetreibende austauschen?

Die Händlervereinigung "Weil-aktiv" und die Stadtverwaltung sind sich darin einig, sich künftig intensiver auszutauschen. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe wird daher das Thema Fußgängerzone ab sofort regelmäßig behandeln. Dabei werden in den kommenden Monaten Vorschläge und Ideen diskutiert, Maßnahmen besprochen und aktuelle Zwischenstände bekanntgegeben. Grundsätzlich steht die Stadtverwaltung weiterhin allen konstruktiven Vorschlägen, Verbesserungswünschen und guten Ideen, die eine Optimierung der beschlossenen Fußgängerzone zum Ziel haben, offen gegenüber. Denn am Ende soll schließlich ein größtmöglicher Konsens mit allen entstehen.

Und wie sieht es mit den Sorgen und Anregungen der Anwohnerschaft aus?

Das große Anliegen der Stadtverwaltung ist, einen größtmöglichen Konsens zu erzielen und neben den Bedürfnissen der Gewerbetreibenden auch die der Anwohnerschaft zu berücksichtigen. Die Anwohnerschaft in und rund um die Innenstadt soll intensiver in die Planungen miteinbezogen werden. Vorschläge, Verbesserungswünsche und Ideen sind willkommen. Der Stadtverwaltung ist bewusst, das die mit der Umsetzung der Fußgängerzone erforderlichen Anpassungen der Verkehrsführung, in Teilen der Bevölkerung für Befürchtungen und Ängsten vor erhöhtem Fahrzeugaufkommen sorgen. Um diese Ausweichverkehre weitgehend zu verhindern, sind weitere verkehrsführende Maßnahmen in den an die Fußgängerzone angrenzenden Gebieten erforderlich.
Die Stadtverwaltung plant daher interessierte Bürgerinnen und Bürger durch Informationsstände auf dem Wochenmarkt oder bei Quartiersspaziergängen genauer über die Details der Gesamtmaßnahme zu informieren. Entsprechende Informationsveranstaltungen werden vorher rechtzeitig bekannt gegeben.

Ist schon etwas für die Eröffnung geplant?

Derzeit ist es der feste Wille der Beteiligten, die Fußgängerzone am 15. April 2023 mit einem gemeinsamen Fest von Stadtverwaltung und Gewerbetreibenden zu eröffnen. Aber auch hier sind weitere Teilnehmer, Anwohnerinnen und Anwohner sowie Vereine etwa, gerne willkommen.  

Wohin kann ich mich in Sachen Fußgängerzone wenden?

Für Fragen, Hinweise und Anregungen zur Einführung der Fußgängerzone hat die Stadtverwaltung folgende E-Mail-Adresse eingerichtet: fussgaengerzone@weil-am-rhein.de

Was sieht das erste Konzept vor?

Das erste Plankonzept kann hier heruntergeladen werden. (2,1 MB)

Verkehrsführung
Durchgangsverkehr: Ziel der Fußgängerzone, die Innenstadt vor dem zunehmenden, lärmenden motorisierten Verkehr zu schützen. Eine ohne Einschränkungen befahrbare B3 ist die Voraussetzung für die Fußgängerzone. Das leistungsfähige Vorrangstraßennetz mit B3 und B317 muss voll zur Verfügung stehen. Über diese Straßen kann der Durchgangsverkehr abgewickelt werden.
 
Zielverkehr: Wer Weil am Rhein, insbesondere am Freitag und Samstag, als Einkaufsverkehr als Ziel hat, wird mit dem Parkleitsystem der Stadt auf die entsprechenden Parkmöglichkeiten im Parkhaus der Dreiländergarlerie, der Insel, des Kaufrings und auf dem Sparkassen- bzw. Messeplatz aufmerksam gemacht und hingeleitet. Hier stehen in mehr als ausreichender Anzahl Plätze zur Verfügung. 
 
Veloverkehr: Die erste Planung sieht vor, dass Radfahrerinnen und -fahrer ihr Velo auf diesem Abschnitt schieben müssen. Stichwort: Sicherheit. Der Veloverkehr könnte parallel zur Fußgängerzone über das Straßennetz der Schillerstraße oder der Kaiserstraße abgewickelt werden. Auf den vorhandenen Straßen gelangen die Radfahrenden problemlos von Ost nach West und umgekehrt. Es wird indes noch geprüft, ob andere Varianten möglich sind.
 
Fußverkehr: Eindeutige Nutznießer der Regelung werden Fußgängerinnen und Fußgänger sein, die gemäß § 25 der Straßenverkehrsordnung auch bei Zulassung anderer Verkehrsarten durch Zusatzzeichen absoluten Vorrang haben. 
 
Angrenzende Wohngebiete
Um Ausweichverkehre zu verhindern, wird es für den westlichen Teil der Gartenstraße eine Einbahnregelung geben. Zum Schutz des Wohnquartiers Hauptstraße Süd ist das Einbiegen von der B317 aus Richtung Stuhlkreisel in die Gartenstraße nicht mehr möglich. Des Weiteren ist die Zufahrt auf die Hauptstraße von der Leopoldstraße und der Friedrichstraße im Süden sowie von der Schillerstraße und der Straße Im Herbergacker im Norden verboten. Ein versenkbarer Poller vor der Stadtbibliothek (Müllheimer Straße) und die damit verbundene Sackgassen-Regelung in der Humboldtstraße soll ebenso Ausweichverkehre im Wohnquartier Hauptstraße-Nord verhindern.
 
Ausnahmen Fußgängerzone
Der Busverkehr erhält die Berechtigung, die Fußgängerzone zu passieren. Dasselbe gilt für Blaulichtdienste (Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei) sowie Anlieger mit privaten Stellplätzen, die ausschließlich von der Hauptstraße anfahrbar sind. Anlieferverkehr soll, so ist es geplant, morgens zwischen 6 und 10 Uhr erlaubt sein. Analog zum versenkbaren Poller vor der Stadtbibliothek (Müllheimer Straße) werden auch in der Hauptstraße auf Höhe des Sparkassenplatzes sowie des Schlaufenkreisels zwei versenkbare Poller installiert.
 
Parkplätze
550 öffentlich nutzbare Stellplätze in der Dreiländergalerie stehen dann ebenso zur Verfügung, wie die Stellplätze im Parkhaus der Einkaufsinsel. So werden es insgesamt mehr als 1000 Stellplätze sein. Weiterhin stehen in nächster Nähe Stellplätze am Sparkassenkreisel, sowohl oberirdisch als auch in der Tiefgarage zur Verfügung. Darüber hinaus können zukünftig samstags und sonntags auch die Parkplätze beim neuen Sparkassengebäude am Messeplatz genutzt werden. Auch Behindertenparkplätze wird es weiterhin geben. Der Verlust von 31 öffentlichen Stellplätzen in der Fußgängerzone kann damit deutlich kompensiert werden
 
Gestaltung
Die ersten Gestaltungspläne liegen vor. Grundsätzlich ist zu sagen, dass die Gestaltung der Fußgängerzone in zwei Etappen erfolgt – nämlich als Umgestaltungszustand bis zur geplanten, aber noch nicht beschlossenen Einführung der Tram 8+ (2026) und dem Endzustand mit Tram 8+ (2028). In der ersten Phase sollen temporäre Stadtmöbel und Grünelemente zum Einsatz kommen. In
Abstimmung mit den Gewerbetreibenden in der Fußgängerzone könnten auch deren Ausstattungselemente in den neu gewonnenen öffentlichen Raum integriert werden. Es entsteht ein Flächenzugewinn, die die Händler auch als Erweiterungsfläche beispielsweise für Gastronomie nutzen könnten.

Was bisher geschah...
Historie zur Schaffung einer Fußgängerzone in Weil am Rhein