TIGERMÜCKENBEKÄMPFUNG IN WEIL AM RHEIN

Infos
1. Häufigste Brutstätten (336 KB)
2. Tigermückenbekämpfung (358 KB)
3. Gartenberatung | Kanton Basel-Stadt
4. Leitfaden zur Bekämpfung (126 KB)


Gemeinsam gegen die Plagegeister
 
Frühjahr – in dieser Zeit entscheidet sich, in welchem Ausmaß die Asiatische Tigermücke ihr Unwesen treibt. Sie nutzt unscheinbare Wasserreste, um ihre ersten Larven auszubringen. Ein einziger vergessener Untersetzer kann hunderte Nachkommen ermöglichen. Im Frühling, wenn die Temperaturen steigen und die Eier aus dem Vorjahr schlüpfen, entsteht die erste Generation – und damit die Grundlage für alle folgenden. Deshalb bittet die Stadtverwaltung alle Bürgerinnen und Bürger darum, bei der Bekämpfung der Plagegeister mitzuhelfen.
 
Klar ist: Werden die Brutstätten jetzt beseitigt, lässt sich der erste große Schlupf im März und April verhindern, was wiederum die späteren Massenentwicklungen im Mai oder Juni deutlich reduziert. Schon eine Verringerung der Population senkt das Risiko von Stichen und potenziellen Krankheitsübertragungen spürbar.
 
Was sind die zentralen Maßnahmen zur Bekämpfung im Frühjahr?
 
„Es sollte kein offenes Wasser herumstehen, Wasseransammlungen sollten konsequent entfernt werden“, macht Laura Seewald deutlich, die bei der Stadtverwaltung das Thema Tigermücke bearbeitet. So gilt es, alle Gefäße zu leeren oder umzudrehen. „Alles, in dem sich Regenwasser sammeln kann. Da reicht schon ein voller Flaschendeckel aus“, sagt Seewald.
 
Die Rede ist von Blumentopfuntersetzern, Gießkannen, Eimern, Spielzeug oder auch Regentonnen ohne Deckel. Letztere sollten abgedeckt oder mit engmaschigen Netzen gesichert werden. Auch Vogeltränken oder Wasserschalen sollten alle zwei Tage ausgeleert und frisch befüllt werden.
 
Ebenso wichtig ist es, mit offenen Augen durch den Garten zu gehen und einen genaueren Blick auf versteckte Winkel zu werfen. Hier kann sich unbemerkt Wasser ansammeln. Besonders Dachrinnen sollten auf Verstopfungen geprüft werden, da Laub und Schmutz kleine Pfützen entstehen lassen können. „Auch Abdeckplanen sollten straff gespannt sein, damit sich keine Ansammlungen bilden“, erklärt Seewald.
 
Unbenutzte Gegenstände wie Eimer, Spielzeug oder alte Töpfe sollten gänzlich entfernt oder so gelagert werden, dass sie vollständig trocken bleiben. „Jede dieser Maßnahmen hilft uns allen weiter. Schließlich sind die Plagegeister äußerst aggressiv und lästig und sorgen dafür, dass für manche Weilerinnen und Weiler Garten- und Terrassenaufenthalte fast unmöglich werden“, lässt Seewald wissen.
 
Potenzielle Brutplätze können auch durch biologische Larvenbekämpfung verhindert werden. Bei Bti handelt es sich um Tabletten, die alle zwei Wochen in stehendes Wasser gegeben werden müssen. „Bti ist ein bakterielles Eiweiß, das die Larven im Wasser absterben lässt. Es ist ein biologischer Wirkstoff, der gezielt Mückenlarven abtötet, aber für andere Tiere unbedenklich ist“, erklärt Seewald. Bti wird an die Weilerinnen und Weiler im Rathaus und in den Ortsverwaltungen ausgegeben.
 
Warum sollte dieser Aufwand betrieben werden?
 
Die Tigermücke kann exotische Krankheiten wie Dengue, Zika oder Chikungunya übertragen, die beim Menschen Fieber, Gelenkbeschwerden oder andere Beschwerden auslösen können. Die Zahlen von erkrankten Urlauberinnen und Urlaubern – vor allem bei Dengue – steigen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz stetig an. So könnten Tigermücken erst infizierte und dann andere Personen stechen und dadurch Krankheitsviren übertragen. Mit steigenden Temperaturen und einer wachsenden Population steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eingeschleppte Viren weitergegeben werden.
 
Die Tigermücke fällt zudem im Alltag dadurch auf, dass sie aggressiv sticht – immer am hellen Tag und mehrfach hintereinander. Ihr Verhalten unterscheidet sich deutlich von heimischen Mückenarten, die eher in der Dämmerung aktiv sind und Menschen weniger hartnäckig verfolgen. Gartenbesuche werden schnell unangenehm, weil man das Gefühl hat, ständig umschwirrt oder gestochen zu werden.
 
Tigermücken-Bekämpfer der Stadtverwaltung sind in den kommenden Wochen wieder unterwegs, um die Bevölkerung über die Tigermücke aufzuklären, auf mögliche Brutstätten im Garten hinzuweisen, Bti-Tabletten auszugeben und Info-Flyer an die Anwohnerinnen und Anwohner zu verteilen. Die Mitarbeitenden können sich durch ein Schreiben der Stadtverwaltung ausweisen. Wichtig sind auch entsprechende Informationen zu Funden. Die Stadtverwaltung bittet die Bevölkerung, Tigermückenfunde per Mail an tigermuecke@weil-am-rhein.de zu melden.
 
Warum spielt Solidarität eine wichtige Rolle?
 
„Die Tigermücke ist im gesamten Stadtgebiet von Weil am Rhein verbreitet, allerdings konnte die Belastung im Jahr 2025 deutlich reduziert werden. Dies ist vor allem auf die verbesserte Bekämpfungssituation durch die Anwohnerinnen und Anwohner zurückzuführen“, freut sich Seewald. Solidarität spielt bei der Bekämpfung dieser Stechmücken eine wichtige Rolle. „Die Tigermücke macht nicht an Grundstücksgrenzen halt, und einzelne Maßnahmen wirken nur dann, wenn viele Menschen im Umfeld mitziehen“, verdeutlicht Seewald.
 
Gemeinsames Handeln sorgt dafür, dass die Population insgesamt niedrig bleibt oder sich gar nicht erst etabliert. „Es geht um Lebensqualität, Gesundheit und ein Umfeld, in dem sich alle wieder gern im Freien aufhalten“, sagt Seewald. Besonders wirksam werde die Bekämpfung, wenn sich Nachbarn gegenseitig erinnern, unterstützen und gemeinsam auf ihre Gärten achten.
 
Sollte Hilfe benötigt werden, können sich die Weilerinnen und Weiler direkt bei der Tigermückenbekämpfung im Rathaus melden (E-Mail: tigermuecke@weil-am-rhein.de oder Telefon: 07621/704-317). Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage der Stadt Weil am Rhein unter www.weil-am-rhein.de.

BEKÄMPFUNG IN FRÜHLING UND SOMMER

Bitte vermeiden Sie jedes offene Wasser auf Ihren Freiflächen: Verschließen Sie Gefäße, in denen sich Wasser sammeln kann, mit Netzen (herkömmliche Insektennetze für Fenster). Oder sorgen Sie dafür, dass kein Wasser stehen bleiben kann, indem Sie dafür sorgen, dass Wasser immer ablaufen kann (z. B. an Regenrinnen oder Abdeckplanen). Drehen Sie dafür Gefäße um oder räumen Sie sie am besten an einen Ort, wo kein Wasser hinkommen kann (Abstellräume).

Regentonnen mit Netz: Verschließen Sie bitte Regentonnen mit einem Netz. Einfache Insektennetze können über den Rand geknotet werden. Sie müssen wirklich 100 %ig abschließen. Öffnungen von 2mm reichen aus, dass Tigermücken hineingelangen können.

Lassen Sie die Netze auch darauf, wenn Wasser gesammelt werden soll. Es kann einfach hindurchlaufen. Wichtig ist dabei einen schwimmenden Gegenstand in die Tonne zu legen. Dieser wird das Netz hochdrücken, wenn die Tonne vollläuft.
 
Bitte entfernen Sie Untersetzer. Hier sammelt sich ständig Wasser. So ziehen die Untersetzer Tigermücken geradezu an.

Beliebte Brutstätten der Tigermücke






Ein Merkblatt mit den wichtigsten Infos zur Bekämpfung der Tigermücken gibt es in vielen verschiedenen Sprachen auch auf der Homepage der Stadtgärtnerei Basel. 
Hier der Link zur Seite (zu den Merkblättern etwas nach unten scrollen):  Stadtgärtnerei des Kantons Basel-Stadt - Invasive Neobiota in Freizeitgärten (bs.ch)

Hintergrund zur Unterscheidung der beiden Mückenarten:

Asiatische Buschmücke (Aedes Japonicus)

  • 3 Streifen auf den Hinterbeinen (ohne Kniefleck)
  • 3 goldene Streifen auf dem Rücken
  • Etwas größer als die Asiat. Tigermücke

Asiatische Tigermücke (Aedes Albopictus)

  • 5 Streifen auf den Hinterbeinen (ohne Kniefleck)
  • 1 weißer Streifen auf dem Rücken
  • Kleine Mücke (passt auf 1 Cent Stück)

Was Bürgerinnen und Bürger in Gärten und auf Balkonen tun können

Beseitigung der Brutstätten
  1. Verschaffen Sie sich in ihrem Garten (auch Hof, Terrasse, Balkon, usw.) einen Überblick der vorhandenen Brutstätten. Als Brutstätten gelten: Blumentöpfe ohne Ablauf, Blumentopfuntersetzer, Gullys und Ablaufrinnen, verstopfte oder verbogene Dachrinnen, in denen Wasser stehen kann, weitere Gefäße (z.B. auch Joghurtbecher, Pflanzschalen, Kinderspielzeug), in denen Wasser stehen kann. Gießkannen, Regenfässer bzw. -wassertonnen, Zisternen, Eimer, alte Autoreifen. Zaunpfosten und Stangen im Garten die innen hohl sind z. B. auch Sonnenschirmständer. Ausgenommen sind: belebte Gartenteiche sowie Vogel-und Igeltränken, wenn sie einmal richtig gereinigt und regelmäßig geleert werden.
  2. Überlegen Sie, was Sie davon benötigen und ob vielleicht etwas entsorgt werden kann. Achtung: auch Gegenstände, die entsorgt werden, müssen vorher behandelt werden, da sich an diesen noch intakte Eier vom letzten Jahr befinden können! Ansonsten droht eine Verschleppung der Eier auf andere Grundstücke oder Entsorgungseinrichtungen!
  3. Alle kleineren Behältnisse sollen mit heißem Wasser ausgespült und/oder mit Wasser und Bürste (Wurzelbürste, Schrubber und Handschuhe) gründlich gereinigt werden!
  4. Größere Gegenstände wie Zisternen und Regenwassertonnen, die wenig Wasser beinhalten oder die nicht mehr benötigt werden sollen ausgeleert, gereinigt (siehe Punkt 3) und sicher gelagert werden. Sicher gelagert sind Gegenstände, in denen sich kein Wasser mehr ansammeln kann, zum Beispiel nach Regen. Sie sind entweder umgedreht zu lagern oder noch besser unter einem Dach im Schuppen oder im Keller aufzubewahren. Regenwassertonnen und Zisternen, die benötigt werden, sollen mit B.t.i.-Tabletten behandelt werden (ungiftig für Pflanzen, Menschen, Vögel und Haustiere). Weiterhin sollen Sie mit Mosquitonetzen (Gaze) so abgedeckt werden, dass keine Spalten entstehen, in denen Stechmücken einfliegen können (mit Klebeband oder Schnur absichern).

    Hinweis zu B.t.i.: Es handelt sich um ein Eiweiß-Komplex, der spezifisch im Darm von Mücken zu einem biologischen Wirkstoff umgewandelt wird. Es ist für andere Insekten und Tiere sowie Pflanzen und Menschen ungiftig.
  5. Zaunpfosten, hohle Stangen und Regenschirmständer mit heißem Wasser ausspülen und wenn möglich ausbürsten. Mit Klebeband, Mosquitonetz oder Schutzkappen aus dem Baumarkt abdichten.
  6. Alternativ dazu können alle Gegenständemit einem Hochdruckreiniger gereinigt werden. Ein normaler Wasserschlauch reicht nicht aus, da die Eier ziemlich fest an der Innenseite der Behälter kleben! Wichtig hierbei ist auch, dass das abfließende Wasser nach Möglichkeit nicht in den Abfluss gelangt, sondern natürlich abfließen kann (z.B. auf dem Rasen, Blumenbeete, oder Ähnliches).
  7. Zum Schluss sollten auch alle Abflüsse auf dem Grundstück (Gullys und Ablaufrinnen) mit heißem Wasser (80 –90 °C) durchgespült und mit B.t.i.-Tabletten behandelt werden.