Nahwärmenetz

Effektive Anlage sichert gestiegenen Wärmebedarf auf nachhaltige Weise

Mit der im Oktober 2019 eröffneten Anlage sind die Stadtwerke Weil am Rhein dafür gewappnet, den deutlich gestiegenen Wärmebedarf auch in den kommenden Jahren abdecken zu können - und das auf umweltfreundliche Weise. Neben den technischen Finessen war ein wichtiges Anliegen beim Bau, am westlichen Ortseingang zur Kernstadt ein architektonisch ansprechendes Gebäude zu realisieren. Neben Wärmekunden sollen weitere Bürgerinnen und Bürger sich eingeladen fühlen, sich mit dem Zukunftsthema Energiewende zu beschäftigen: der Umstellung unserer Energieversorgung auf erneuerbare Energiequellen.
 
Die Stadtwerke Weil am Rhein ergänzten die vorhandenen Wärmequellen um einen Holzhackschnitzelkessel zur Nutzung von regionalem Restholz. Eingebaut ist eine ganz besondere Kesselanlage, die auch den letzten Rest Wärme aus dem Holz herausholt. Aus diesem Grund ist ein Zusatzwärmetauscher installiert, welcher die Rauchgase soweit abkühlt, dass auch der darin enthaltene Wasserdampf kondensiert. Bei modernen Gaskesseln ist dieses Vorgehen Standard, bei Holzfeuerungen sind solche Anlagen technisch deutlich aufwändiger und daher bisher nur sehr wenig verbreitet. Der Wirkungsgrad der Kesselanlage steigt um zehn bis fünfzehn Prozent. Zusätzlicher optischer Nebeneffekt der Technik: Beim Schornstein ist keine Abgasfahne mehr sichtbar.

Holzhackschnitzel aus regionalem Restholz

Bei der Erschließung des Baugebietes "Hohe Straße" wurden Wärmeleitungen so verlegt, dass alle neuen Gebäude problemlos die umweltfreundliche Wärme aus dem Netz beziehen zu können. Zusätzlich wird das bestehende Wärmenetz weiter ausgebaut. Im kommenden Jahr werden Gebäude in der Schillerstraße, das Rathaus sowie das Kant-Gymnasium an das Wärmenetz angeschlossen werden.
 
Die eingesetzten Holzhackschnitzel werden aus Restholz der Wälder im Landkreis Lörrach hergestellt. Holz setzt bei der Verbrennung nur so viel CO2 frei, wie der Baum bei dessen Wachstum gebunden hat. Im Gegensatz zu fossilen Energieträgern ergibt sich mit der Energieholznutzung ein geschlossener CO2-Kreislauf. Ein weiterer Vorteil von Holz als Energieträger ist: Die regionale Wertschöpfung wird gesteigert. Es ist schlichtweg unwirtschaftlich, Energieholz über weite Strecken zu transportieren. Deshalb sind regionale Lieferanten im Vorteil und sorgen dafür, dass die Wertschöpfung aus der Energiebereitstellung vollständig in der Region bleibt.

Hintergrund-Info zum Wärmenetz Weil am Rhein

Das Wärmenetz der Stadtwerke Weil am Rhein wird laufend ausgebaut und umfasst derzeit eine Länge von 3,6 Kilometern. In den vergangenen Jahren wurde das vorhandene Blockheizkraftwerk erneuert und gegen ein leistungsstärkeres Modul ausgetauscht. Zusätzlich zur Wärme für das Wärmenetz produziert das Blockheizkraftwerk Strom für mehr als 1.000 Haushalte, dies mit einem Gesamtwirkungsgrad von mehr als 90 Prozent. Um Lastspitzen zu vermeiden und das Blockheizkraftwerk möglichst flexibel einsetzten zu können wurde 2017 ein großer Pufferspeicher gebaut. Mit dem Neubau der Heizzentrale Römerstraße haben die Stadtwerke die Voraussetzungen geschaffen zukünftig mehr als 3.000 Wohnungen mit einem umweltfreundlichen Mix aus Holzenergie und hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung zu versorgen. Mit dem Weiler Wärmenetz können mehr als 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Dies entspricht dem jährlichen Ausstoß von etwa 2.000 durchschnittlichen Autos. Die Erweiterung des Wärmenetzes ist ein wichtiger Baustein der Klimaschutzpolitik der Stadt Weil am Rhein.