Schuldnerberatung startet im März
Gute Nachrichten: Das Diakonische Werk startet am 1. März mit der Sozialen Schuldnerberatung in Weil am Rhein. Die zertifizierten Schuldner- und Insolvenzberater Véronique Gölz und Holger Kleinhans bieten umfassende Unterstützung an. Jeden Freitag stehen sie ganztägig auch vor Ort für Beratungstermine zur Verfügung, dies in den Räumlichkeiten der Diakonie in Weil am Rhein in der Riedlistraße 16.
Für viele Menschen wird das Geld immer knapper. Die Preise für Essen, Strom und den Alltag steigen, die Mieten klettern weiter. Gleichzeitig wird das Bezahlen jedoch immer einfacher: ein Klick im Online-Shop, eine schnelle App-Zahlung – und schon ist das Geld weg, oft ohne dass man es richtig merkt.
Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Menschen, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, wieder gestiegen – in ganz Deutschland und auch im Landkreis Lörrach. Immer mehr Menschen geraten in die Schuldenfalle.
Auslöser einer Überschuldung sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes meist Erkrankungen, Sucht oder Unfälle, Arbeitslosigkeit, Niedrigeinkommen oder gescheiterte Selbstständigkeit, Trennung oder unwirtschaftliche Haushaltsführung. Eine Überschuldung stellt für betroffene Personen oder Familien eine erhebliche Belastung dar und verursacht meist auch Zukunftsängste und psychische Probleme.
Überschuldung bedeutet daher weit mehr als nur eine finanzielle Notlage. Betroffene Haushalte und Einzelpersonen benötigen Unterstützung. Es gilt, Wege aus ihrer finanziellen Notlage zu finden und einer weiteren sozialen Ausgrenzung vorzubeugen. Präventionsangebote bieten zudem wertvolle Beratung und Begleitung zur Stabilisierung der gesamten persönlichen Lebenslage.
In seiner Sitzung im Februar hat der Gemeinderat Weil am Rhein Zuschussmittel für die Einrichtung einer Schuldnerberatungsstelle in Weil am Rhein in Höhe von maximal 40.000 Euro für die Jahre 2026 und 2027 freigegeben.
Die Mehrkosten, die durch die Einrichtung einer Schuldnerberatungsstelle entstehen, werden durch Mehreinnahmen aus der Erhöhung der Vergnügungssteuer ausgeglichen. Dem Gemeinderat war es wichtig, dass ein Teil dieser Mehreinnahmen für soziale Unterstützungsangebote wie die Schuldnerberatung verwendet wird – insbesondere deshalb, weil Suchterkrankungen wie Spielsucht häufig Auslöser für eine Überschuldung sind.
Das Diakonische Werk, das bereits Schuldnerberatungsangebote im Landkreis Lörrach bereitstellt, unter anderem in Rheinfelden sowie für Personen im SGB‑II‑Bezug, erweitert nun sein Engagement, um noch mehr Menschen in finanziellen Notlagen zu unterstützen.
Die Soziale Schuldnerberatung …
- informiert und bietet Beratung als Einzelfallhilfeunterstützt dabei, die Existenzgrundlage (Unterkunft, Essen, Kleidung) zu sichern
- klärt, ob Ansprüche auf Sozialleistungen bestehen
- hilft Betroffenen dabei, ihre Rechtsansprüche durchzusetzen
- berät und unterstützt bei der Verbesserung der psychosozialen Situationarbeitet mit den Betroffenen an der Stärkung ihrer Handlungskompetenzen
- klärt gemeinsam mit den überschuldeten Menschen, welche Gründe hinter den Schulden stehen
- unterstützt dabei, weitere Schulden zu vermeiden, z. B. durch Budgetplanung
- überprüft Forderungen auf ihre Rechtmäßigkeit, verhandelt mit Gläubigern und erstellt Schuldenregulierungspläneerarbeitet realistische Möglichkeiten, um Schulden zu regulieren oder abzubauen
- begleitet bis zur Antragsstellung und im laufenden Verbraucherinsolvenzverfahren
- vermittelt gegebenenfalls an weitere Fachdienste (z. B. Sucht- oder Familienberatung)
- gestaltet primärpräventive Angebote, z. B. Workshops für Jugendliche
Anfragen nimmt das Diakonische Werk im Landkreis Lörrach unter www.diakonie-loerrach.de/kontakt/ oder per E-Mail an info@diakonie-loerrach.de entgegen. Die Diakonie in Weil am Rhein ist telefonisch unter 07621 974210 erreichbar.
