2025 fallen rund 713 Tonnen Müll an

Die Menge an Unrat in und an öffentlichen Abfalleimern steigt und steigt

Müllberg: Immer mehr Menschen legen ihren Hausmüll direkt an den Abfalleimern oder öffentlichen Orten ab. Immer mehr erkennbar privater Müll muss öffentlich und auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt werden. Foto: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Anselm 

Fast-Food-Verpackungen, Dosen, Zigarettenstummel, To-go-Becher, Kassenzettel oder benutzte Taschentücher: Wie viel Müll landet eigentlich in Weil am Rhein in und neben den öffentlichen Abfalleimern? Im Jahr 2025 so viel wie noch nie. Genauer gesagt: 292,86 Tonnen. Das sind 800 Kilogramm Unrat im Durchschnitt täglich.
 
Und dieses Problem, das sprichwörtlich bis zum Himmel stinkt, wird immer größer. Die Tendenz ist seit Beginn dieser Statistik im Jahr 2017 eindeutig: sie zeigt nach oben. Damals schlugen 204,15 Tonnen zu Buche, 2021 wurden knapp 211 Tonnen gezählt, ein Jahr später schon 241, 2023 dann 255 Tonnen und 2024 war dieser Müllberg insgesamt 262 Tonnen schwer. Und auch Entsorgungskosten stiegen im Laufe der Jahre deutlich an. Von knapp 52.700 Euro im Jahr 2021 auf fast 85.300 Euro im Jahr 2025.
 
Und da ist die Menge, die die Straßenkehrichtmaschinen einsammeln, noch gar nicht enthalten. Hier kamen 2025 420,06 Tonnen zusammen, die Kosten von rund 64.370 Euro verursachten. Zusammengerechnet macht das 712,92 Tonnen Müll im Jahr 2025. Die Kosten betrugen insgesamt knapp 150.000 Euro.
 
„Es ist offensichtlich. Es wird immer mehr“, macht Reiner Müller, stellvertretender Leiter des Betriebshofs, deutlich. Seine Mannschaft ist täglich im Auftrag der Sauberkeit unterwegs. Neun Mitarbeitende rücken dem Dreck mit einer großen und einer kleinen Kehrmaschine, zwei Kipperfahrzeugen, zwei Kleinlastern und einem „Tuck-Tuck“ (Dreirad) zu Leibe.
 
Sieben Mitarbeiter des Bauhofs sind für die manuelle Straßenreinigung zuständig. Dabei leeren sie nicht nur die Mülleimer, sondern entsorgen auch den herumliegenden Müll auf den Wegen und Plätzen. In ihr Sammelgebiet fallen öffentliche Gehwege, Plätze, Grundstücke, Wald und Parkanlagen, Spiel- und Bolzplätze. Täglich sind sie in Weil-Ost, Leopoldshöhe, Friedlingen und Haltingen unterwegs, dreimal in der Woche wird in den Ortsteilen Märkt und Ötlingen der Müll entsorgt. Von März bis Oktober sind die Beschäftigten des Betriebshofs sieben Tage in der Woche im Einsatz
 
Becher, Flaschen und Verpackungen verschandeln das Stadtbild: Der Betriebshof Weil am Rhein hat jedenfalls alle Hände voll zu tun. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Auffällig dabei ist, dass immer mehr Menschen ihren Hausmüll direkt an den Abfalleimern oder öffentlichen Orten ablegen. Sprich: Immer mehr erkennbar privater Müll wird öffentlich und auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt. „Die Verursacher werden im Grunde immer frecher und haben keine Angst, dabei gesehen zu werden“, wird Müller deutlich.
 
Im gesamten Stadtgebiet gibt es mehr als 360 öffentliche Abfallbehälter. Hinzu kommen Mülleimer an den Schulen und Kindergärten. Als so genannte Hotspots sind die Gefäße an der Tramhaltestelle bei der Wendeschleife, in der 20er-Zone, auf dem Berliner Platz, im Weilweg, dem Rheinpark und an Spielplätzen bekannt. „Auf Spielplätzen liegt leider viel Müll herum. Es gibt Eltern, die sitzen still daneben, wenn das Kind etwas auf den Boden wirft“, kann es Müller kaum fassen.
 
Unmengen von Kehricht kommen aber auch an beliebten Treffpunkten zusammen, wo die Menschen im Sommer ihre Freizeit verbringen: am Stauwehr, an der Kandermündung, an der Daur-Hütte oder auf dem LGS-Gelände.
 
Dass in den Sommermonaten mehr Müll in und an öffentlichen Behältern anfällt, das zeigt auch der Blick auf die Monatsstatistik des vergangenen Jahres. 28,74 Tonnen kamen im August zusammen, gefolgt vom Juli mit 27,59 Tonnen. Dahinter folgt mit 26,78 Tonnen der Januar, was aufgrund der Silvester-Sauerei keine Überraschung darstellt. Am wenigsten Müll entsorgt werden musste im November (18,91) und im Februar (19,23).
 
Der Müll in der Stadt ist ein großes Thema, welches die Menschen auch in Weil am Rhein immer wieder und in einem hohen Maße beschäftigt. „Das sind doch allesamt ernüchternde Zahlen“, meint Oberbürgermeisterin Diana Stöcker. Auch aus diesem Grund wurden zuletzt die Bußgelder in diesem Zusammenhang erhöht.
 
„Unser Betriebshof leistet viel, doch damit die Erfolge sichtbar bleiben, braucht es die Unterstützung aller“, stellt Stöcker fest. Wer Müll achtlos entsorge, gefährde nicht nur die Umwelt, sondern auch spielende Kinder, Haus- oder Wildtiere. „Ich bitte alle mitzuhelfen: durch umsichtiges Verhalten, durch Müllvermeidung und durch das richtige Entsorgen von Abfällen. Jeder Beitrag zählt.“ Sperrmüll, Kartonage, Elektrogeräte oder Batterien können etwa kostenlos auf dem Recyclinghof abgegeben werden.
 
Eine gepflegte Umgebung, so Stöcker, trage wesentlich zum Wohlbefinden der Menschen bei, stärke das Sicherheitsgefühl und spiegle, wie sehr man das Lebensumfeld wertschätzte. „Leider erleben wir im Alltag oft das Gegenteil: überquellende Abfallbehälter, achtlos weggeworfene Verpackungen, Hundekot oder Glasscherben in Grünanlagen. Solche Zustände beeinträchtigen nicht nur das Stadtbild – sie schwächen auch das soziale Miteinander.“  
 
Stöcker erinnert in diesem Zusammenhang an die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene städtische Kampagne „Weil.Sauber.Besser.“ Sie soll das Bewusstsein für Ordnung, Sauberkeit und Nachhaltigkeit stärken – und zwar quer durch alle Generationen und Bevölkerungsgruppen.
 
„Mit gezielter Aufklärung, sichtbaren Maßnahmen, Anreizen und auch klaren Regeln wollen wir ein Zeichen setzen: Weil am Rhein ist unsere gemeinsame Heimat. Lassen Sie uns Verantwortung übernehmen – für eine Stadt, die sauber, sicher und lebenswert bleibt.“
 
Übrigens: Die Stadt Weil am Rhein veranstaltet am Samstag, 21. März 2026, den großen Frühjahrs-Cleanup, zeitgleich mit Grenzach-Wyhlen und Rheinfelden. Alle Interessierten sind eingeladen, mitzumachen und gemeinsam Müll zu sammeln. Im Anschluss gibt es einen gemeinsamen Ausklang.
 
Mehr zu „Weil.Sauber.Besser.“ und dem Cleanup am 21. März gibt es hier: https://www.weil-am-rhein.de/wsb


 
 

Foto: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Müller