Wachsam sein und Nester unbedingt melden
Die Jungköniginnen der Asiatischen Hornisse haben wieder mit dem Bau der Embryonalnester begonnen. Ab Mai schlüpfen dann die ersten Arbeiterinnen in den sogenannten Primärnestern. Mit diesem Zeitpunkt steigt auch das Risiko für Menschen, Tiere und die Umwelt. Diese invasive Art stellt unter anderem eine Gefahr für Honigbienen dar. Ein zentraler Baustein bei der Bekämpfung der Asiatischen Hornisse ist die Entfernung der Nester. Diese wird von geschulten Fachleuten durchgeführt und ist für Grundstückseigentümer kostenlos.
Klar ist: Um die Fortpflanzung und Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu verhindern, sollten Primärnester unbedingt entfernt werden. Wird ein Primärnest zu klein, zieht das Volk in ein Sekundärnest um. Dieses kann bis zu einem Meter groß werden und mehrere tausend Tiere beherbergen. Das Land Baden-Württemberg fördert die Entfernung von Primärnestern (Gründungsnester) vom 1. Mai bis 31. Juni mit jeweils 60 Euro und setzt damit ein wichtiges Zeichen. Über eine weitere Förderung darüber hinaus wird noch entschieden.
Die Bekämpfung dieser aus Südostasien stammenden invasiven Art ist notwendig, da sie die biologische Vielfalt gefährdet. Im Spätsommer und Frühherbst erbeutet die Asiatische Hornisse beispielsweise bevorzugt Honigbienen, was dazu führen kann, dass ganze Bienenvölker massiv geschwächt oder sogar vollständig vernichtet werden. Die Ausbreitung der Art wird daher von Imkerinnen und Imkern mit großer Sorge beobachtet.
Die Arbeiterinnen ernähren sich vor allem von kohlenhydratreicher Nahrung wie Nektar oder Obst, was zu Fraßschäden im Obst- und Weinbau führen kann. Für die Aufzucht der Larven benötigen sie jedoch proteinhaltige Nahrung und erbeuten dafür insbesondere fliegende Insektenarten, die im Umfeld des Nestes vorkommen.
Auch die Bevölkerung ist aufgerufen, bei der Bekämpfung der Vespa velutina mitzuwirken. In erster Linie geht es darum, Einzeltiere oder Nester zu melden. Dafür gibt es eine offizielle Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (Asiatische Hornisse melden - Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg). Ein Nest eigenständig zu entfernen, ist keine gute Idee, denn die Asiatische Hornisse sticht und kann ernsthafte allergische Reaktionen auslösen.
Für die Entfernung sind speziell ausgebildete und bei der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim registrierte Nestentferner zuständig. Aufgrund der Gefahr sollte dies ausschließlich diesen Fachleuten überlassen werden.
Die Imker Thomas Horch und Thomas Ruppel vom Imkerverein Lörrach gehören zu ihnen und kümmern sich etwa in Weil am Rhein und Umgebung um die Entfernung der Nester. Zudem informieren sie bei einer Infoveranstaltung am Montag, 23. März, 18.30 Uhr, im großen Sitzungssaal des Weiler Rathauses über die Gefahren der Asiatischen Hornisse und leisten Aufklärungsarbeit.
Wie die Landesanstalt für Umwelt mitteilt, unterscheidet sich die Asiatische Hornisse von der heimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro) wie folgt: „Sie ist etwas kleiner. Die Arbeiterinnen der Asiatischen Hornisse sind 1,7 bis 2,4 Zentimeter groß, Königinnen können bis zu 3 Zentimeter erreichen. Zu erkennen ist sie an ihrer schwarzen Grundfärbung: Die Brust ist schwarz, der Hinterleib dunkel mit wenigen gelben Binden. Die Beine sind schwarz-gelb gefärbt.“
Weiter heißt es: „Die Asiatische Hornisse baut zwei Nester. Das im Frühjahr von der Königin gebaute, etwa handballengroße Gründungsnest (Primärnest) hängt meist in Schuppen oder Sträuchern, teils auch in Bodennähe. Die Filialnester (Sekundärnester) werden im Sommer gebaut und befinden sich meist in mehr als zehn Metern Höhe freihängend in Bäumen. Das Einflugloch befindet sich seitlich am Nest. Die Nester können bis zu einem Meter Höhe erreichen.“ Und Horch ergänzt zur besseren Veranschaulichung: „Sie können die Größe eines Medizinballs erreichen.“
Wichtig zu wissen: Die heimische Europäische Hornisse steht unter Artenschutz. Es ist daher verboten, diese Tiere zu töten oder ihre Nester zu zerstören. Die Ausbreitung und Etablierung der Asiatischen Hornisse hingegen soll aktiv verhindert werden.
Weitere Informationen: Asiatische Hornisse - Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg
Infoabend im Rathaus
Eine Info-Veranstaltung zur Asiatischen Hornisse findet am 23. März im Weiler Rathaus statt. Dann werden Thomas Horch und Thomas Ruppel vom Imkerverein Lörrach dieses Thema näher beleuchten und den interessierten Gästen unter anderem auch die Spezialausrüstung für das Entfernen der Nester zeigen. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr und findet im Großen Sitzungssaal statt.
