Zigarettenstummel so weit das Auge reicht

Initiative „Weil.Sauber.Besser.“ und TRUZ veranstalten RhineCleanup im Friedlinger Rheinpark

Mit vereinten Kräften gegen Kippen & Co.: an die 20 Teilnehmenden machen beim gemeinsamen RhineCleanup von „Weil.Sauber.Besser.“ und TRUZ mit und sorgen für einen saubereren Rheinpark in Friedlingen. Foto: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Wiedermann

Kippen, Kippen und noch mehr Kippen: Die städtische Initiative „Weil.Sauber.Besser.“ und das Trinationale Umweltzentrum (TRUZ) haben gemeinsam einen Cleanup im Weiler Rheinpark veranstaltet. Auffällig: die unzähligen Zigarettenstummel, die achtlos auf den Boden geschmissen werden. Dieser vermeintlich kleine Umweltsünder richtet großen Schaden an. Giftige Stoffe sickern durch den Regen in die Erde und in die Gewässer. 
 
Die gemeinsame Müllsammelaktion fand im Rahmen des bundesweiten Gewässercleanups statt, der am Rhein als RhineCleanup umgesetzt wird. Von 14 bis 16 Uhr machten insgesamt 16 Personen mit. Mit dabei waren regelmäßig engagierte Teilnehmende aus Weil am Rhein, aber auch zwei Personen aus Lörrach sowie ein junger Mann aus Mulhouse.
 
Hamza Bennour ist durch Freunde auf den Cleanup aufmerksam geworden. Die Natur rund um den Rhein liege ihm am Herzen – egal ob in Frankreich, der Schweiz oder Deutschland. Umso trauriger stimme es ihn, wenn er beim Aufenthalt in der Natur immer wieder Müll vorfinde. Ein weiterer Teilnehmer brachte seine Haltung mit einem Satz auf den Punkt: „Verlasse einen Ort immer etwas sauberer, als du ihn vorgefunden hast.“ Diesen Gedanken habe er auch seinen Kindern vermittelt und handle selbst danach.
 
Größere Müllmengen wurden im Rheinpark diesmal nicht gefunden. Das ist auch der regelmäßigen Arbeit des Betriebshofs zu verdanken, der in den Sommermonaten täglich im Rheinpark unterwegs ist. Gleichzeitig zeigte sich bei der Aktion aber auch, wie präsent das Thema Zigarettenkippen weiterhin ist.
 
Der Rheinpark ist die größte und älteste Parkanlage in Friedlingen und ein wichtiger Ort zum Spazieren, Ausruhen und Verweilen. Gerade auf den Grünflächen, die viele Menschen zum Entspannen nutzen, lagen jedoch so viele Kippen, dass in der verfügbaren Zeit nicht alle eingesammelt werden konnten.
 
Klar ist: Zigarettenkippen gehören nicht in den Kies, nicht auf Grünflächen und nicht auf den Boden. „Viele unterschätzen, wie viele Schadstoffe in Zigarettenkippen stecken und dass sie Boden, Grundwasser und Gewässer belasten können“, lässt Rebeka Schiessl von „Weil.Sauber.Besser.“ wissen. Im Filter einer Zigarette befinden sich krebserzeugende Substanzen wie Nikotin, Arsen und polyzyklische Kohlenwasserstoffe und der Filter besteht aus dem nur schwer abbaubaren Kunststoff Celluloseacetat. „Es kann über zehn Jahre dauern, bis sich der Zigarettenfilter vollständig zersetzt hat“, weiß sie.
 
Ist kein Abfallbehälter oder Taschenaschenbecher in der Nähe, erklärt Schiessl, sollte die Zigarette vollständig ausgedrückt und sobald sie nicht mehr glimmt oder heiß ist, vorübergehend zum Beispiel in einem Papiertuch aufbewahrt und später richtig entsorgt werden. „Müll im öffentlichen Raum ärgert uns alle. Entscheidend ist, dass wir gemeinsam Verantwortung übernehmen – denn jedes Stück Müll, das aufgehoben und richtig entsorgt wird, macht einen Unterschied.“
 
Wer selbst Lust bekommen hat, einen Cleanup zu organisieren, kann sich gerne beim WSB-Team melden. Im September haben beispielsweise der Quartierstreff „Unser Friedlingen“ sowie die Realschule Dreiländereck einen solchen veranstaltet.
 
„Weil.Sauber.Besser.“ unterstützt Aktionen im Stadtgebiet unter anderem mit Materialien wie Greifzangen, Müllsäcken und Warnwesten sowie bei der Koordination der Müllablage und Entsorgung. Informationen und das Formular zur Anmeldung gibt es unter www.weil-am-rhein.de/wsb.