Viermal gibt's Hochprozentiges

Wieder Alkoholtestkäufe in Weil am Rhein: Minderjährige erhalten Schnaps & Co.

Bereits zum 24. Mal sind in Weil am Rhein Alkoholtestkäufe durchgeführt worden. Diesmal waren Supermärkte an der Reihe. In vier von acht getesteten Betrieben gab es Hochprozentiges für Minderjährige. Foto: Pexels

Bereits zum 24. Mal sind in Weil am Rhein Alkoholtestkäufe durchgeführt worden. Diesmal waren Supermärkte an der Reihe. Wie sehr es diese Aktion weiterhin braucht, zeigt das Ergebnis: In vier von acht getesteten Betrieben gab es Hochprozentiges für Minderjährige. Einmal mehr ein alarmierendes Resultat, das verdeutlicht, wie wichtig es ist, Verkäuferinnen und Verkäufer zu sensibilisieren.
 
Solche Testkäufe von alkoholischen Getränken sind ein wichtiges Kontrollinstrument. Wird das Jugendschutzgesetz eingehalten? Leider kaum. Denn Jugendliche kommen viel zu häufig an Wodka & Co., weil erwachsene Menschen die Alterskontrollen nicht ernst genug nehmen. So war es auch diesmal wieder in Weil am Rhein.
 
Zwei minderjährige Testkäufer, Anna Lauer von der Villa Schöpflin, zwei Beamte des Polizeireviers Weil am Rhein sowie Olga Anselm von der Kommunalen Kriminalprävention suchten jüngst acht Supermärkte der 3-Länder-Stadt auf.  Für die Testkäufer galt es, die Frage nach dem Alter wahrheitsgemäß zu beantworten.
 
Die Bilanz ist ernüchternd: Viermal wurde hochprozentiger Alkohol verkauft. Dreimal wurde überhaupt nicht nach dem Alter beziehungsweise dem Ausweis gefragt. Nicht viel besser: Einmal wurde der Personalausweis zwar verlangt, sich dann aber (leider) verrechnet.
 
Alkoholtestkäufe machen Verstöße sichtbar, sensibilisieren Händler für ihre Verantwortung und tragen dazu bei, Jugendliche vor den Gefahren des Alkoholkonsums zu schützen. Der Verkauf von hochprozentigem Alkohol an unter 18-Jährige ist verboten und stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einem empfindlichen Bußgeld geahndet werden kann.
 
Die Stadtverwaltung handelt konsequent: Bei Verstößen gegen die Jugendschutzbestimmungen wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Nach dem Kauf übrigens wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den getesteten Gewerbebetrieben direkt von den Begleitpersonen auf ihren Verstoß gegen die Jugendschutzbestimmungen angesprochen. Eine Belehrung über ihr Fehlverhalten fand statt und der Kauf rückabgewickelt.  Übrigens: Das Bußgeld kann reduziert werden, wenn an der kostenlosen Schulung der Villa Schöpflin teilgenommen wird.
 
Wie wichtig das Thema für die Kommunale Kriminalprävention und der Villa Schöpflin ist, unterstreicht die Tatsache, dass im vergangenen Sommer eine gemeinsame Aufklärungstour stattgefunden hat. Franziska Zehner (Villa Schöpflin) und Olga Anselm konzentrierten sich dabei auf hiesige Gastronomiebetriebe, die Alkohol ausschenken. Es wurden insgesamt 29 Betriebe besucht und für den Jugendschutz sensibilisiert, zudem wurde Informationsmaterial übergeben.
 
„Unser Ziel ist es, den Jugendschutz zu stärken, und zwar im Dialog mit den Gastronomiebetreibern“, lässt Zehner wissen. „Die Inhaberinnen und Inhaber sind in der Pflicht, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diesbezüglich zu unterstützen und auch ausreichend zu schulen“, sagt Anselm und erklärt, dass reine Kontrollen nicht ausreichen würden. „Es ist ebenso notwendig, das Verkaufspersonal aufzuklären und entsprechende Schulungen anzubieten.
 
Aber auch für die jungen Konsumenten ist Aufklärung und Prävention entscheidend. „Nur so“, meint Anselm, „könnten Jugendliche langfristig vor riskantem Alkoholkonsum geschützt werden“. Und genau darum geht es bei diesen Aktionen.