Und plötzlich ist es dunkel
Ein leises Klicken, dann absolute Stille. Kein Summen des Kühlschranks, kein Lichtschalter, der funktioniert. Die Straßenlaternen plötzlich dunkel, Handys verlieren rasch ihren letzten Akku. Nichts geht mehr. Solche Momente treffen eine Stadt und ihre Menschen unvermittelt – genau dann zeigt sich, wie gut man vorbereitet ist. Anlässlich des mehrtägigen Stromausfalls in Berlin erinnern die Stadtverwaltung Weil am Rhein und die Feuerwehr daran, wie entscheidend persönliche und familiäre Notfallvorsorge ist.
Katastrophen und Notlagen lassen sich nicht immer verhindern, doch ihre Folgen können gemildert werden. Eine durchdachte Vorsorge – staatlich wie privat – stärkt Sicherheit und Handlungsfähigkeit. Jede und jeder kann dazu beitragen, die eigene Familie und das Umfeld im Ernstfall besser zu schützen.
Notfallvorsorge beginnt zu Hause
Die Ereignisse in Berlin haben gezeigt, wie schnell sich Situationen ändern können. Je nachdem kann es mehrere Tage dauern, bis Hilfe durch Land und Bund vor Ort eintrifft. Auch in Berlin hat es eine gewisse Anlaufzeit gebraucht, um entsprechende Hilfsangebote aufzugleisen.
Wichtig zu wissen: Weder die Stadtverwaltung noch die Feuerwehr verfügen über die Mittel und die Ressourcen, die Bevölkerung ad hoc mit Lebensmitteln, Trinkwasser oder Medikamenten zu versorgen. Deshalb sollten persönliche Vorbereitungen getroffen werden. Eine gut vorbereitete Haushaltsnotfallvorsorge reduziert Risiken, erleichtert Entscheidungen in akuten Situationen und schützt Leben.
Die Bundesanstalt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) bietet dazu hilfreiche Orientierung, unter anderem den umfangreichen Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“. Ziel ist es, Menschen so zu unterstützen, dass sie in einer Notsituation selbst die ersten Schritte machen können – bis professionelle Hilfe vor Ort ist. Der Ratgeber des BBK kann kostenlos auf der Homepage des BBK bestellt werden. Zeitnah soll dieser auch in öffentlichen Einrichtungen der Stadtverwaltung ausgelegt werden.
Welche Empfehlungen gibt es?
Vorrat anlegen
Es ist sinnvoll, für den Notfall einen kleinen Vorrat zuhause zu haben. Dazu gehören vor allem:
genug Trinkwasser – etwa zwei Liter pro Person und Tag für rund zehn Tagehaltbare Lebensmitteleine Erste-Hilfe-AusstattungBatterien, eine Taschenlampe und ein Ladegerät fürs Handy, das auch ohne Strom funktioniertHygieneartikel und wichtige Notfallutensilienalle Medikamente, die regelmäßig benötigt werden
Bei Lebensmitteln sollte man daran denken, dass man sie ohne Herd zubereiten können muss, falls der Strom ausfällt. Viele Vorräte lassen sich gut aus Dingen zusammenstellen, die man ohnehin im Alltag nutzt. Wichtig ist nur, sie regelmäßig nachzukaufen, wenn man etwas verbraucht hat.
Zur Vorsorge gehören auch warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke – besonders im Winter. Die meisten haben solche Dinge ohnehin zuhause; sie stehen auch in der Checkliste des BBK-Ratgebers.
Persönliche Notfallpläne
Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie, was im Ernstfall wichtig ist. Dazu gehört:
Wer wird zuerst informiertWo Sie sich treffen, falls Sie nicht zuhause zusammenkommen könnenWie Kinder, ältere Menschen oder Angehörige mit Unterstützungsbedarf erreicht werden
Wichtig ist auch, vorher zu klären, wie Sie miteinander in Kontakt bleiben, wenn Handy oder Internet einmal nicht funktionieren. Legen Sie einfache Alternativen fest, damit Sie sich auch ohne gewohnte Kommunikationswege verständigen können.
Informationswege
Es hilft, regelmäßig einen Blick in Warn-Apps wie NINA zu werfen und die offiziellen Informationskanäle der Stadt zu verfolgen – zum Beispiel den WhatsApp-Kanal oder die städtische Internetseite. Sprechen Sie in der Familie darüber, damit alle wissen, wo sie im Notfall verlässliche Hinweise bekommen.
Für den Fall, dass Strom oder Mobilfunk ausfallen, sollte jeder Haushalt ein batteriebetriebenes Radio oder ein Kurbelradio besitzen. So bleiben Sie auch dann informiert.
Amtliche Informationen/Warnungen beachten
Wenn der Strom ausfällt, funktioniert in vielen Haushalten auch die Heizung nicht mehr. Behörden und Fachleute – wie die Sanitär‑, Heizungs‑ und Klimatechnik‑Innung in Berlin – weisen darauf hin, dass Kälte Heizungsanlagen und Leitungen beschädigen kann. Solche Warnungen sollte man ernst nehmen und bei einem längeren Stromausfall entsprechend vorsorgen.
Nachbarschaftshilfe
Sprechen Sie frühzeitig mit Familie, Freunden oder Nachbarn darüber, wie Sie im Notfall Menschen unterstützen können, die besondere Hilfe brauchen – zum Beispiel ältere Nachbarn, Menschen mit Einschränkungen oder Familien mit kleinen Kindern. Vereinbaren Sie gemeinsam, wer sich um wen kümmert und wie die Unterstützung organisiert wird.
Auch Unternehmen sollten Vorsorge betreiben
Nicht nur zuhause, sondern auch in Unternehmen und Betrieben sollte über Notfallvorsorge nachgedacht werden. Wichtig ist die Frage, was bei einem längeren Stromausfall nötig wäre, damit der Betrieb trotzdem weiterlaufen kann. Dazu gehört auch, die grundlegenden Bedürfnisse der Mitarbeitenden im Blick zu behalten – etwa Wärme, Licht, Arbeitsmöglichkeiten oder sichere Aufenthaltsräume.
Lokale Umsetzung in Weil am Rhein
Die Feuerwehr Weil am Rhein hilft Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Einrichtungen dabei, sich gut auf Notfälle vorzubereiten. Sie stellt Checklisten und praktische Tipps zur Verfügung, damit jeder weiß, was im Ernstfall wichtig ist. Auch die Stadtverwaltung und die Feuerwehr raten dazu, sich mit dem Ratgeber des BBK zu beschäftigen und die ersten Schritte der eigenen Notfallvorsorge frühzeitig anzugehen.
Ein wichtiger Punkt ist, die Notfalltreffpunkte in Weil am Rhein zu kennen. Fragen Sie sich ruhig einmal: Wissen Sie, welcher Treffpunkt für Sie am nächsten liegt?
Weitere Informationen dazu finden Sie auf der städtischen Homepage sowie in den Flyern „Stromausfall! Was nun?“, die im Rathaus ausliegen.
Weitere Infos auch unter: www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/vorsorge_node.html.
