Gemeinsam gegen die Plagegeister

Tigermücke in Weil am Rhein: Im Frühjahr handeln, um im Sommer zu profitieren

Gemeinsame Bekämpfung im Frühjahr: Laura Seewald bearbeitet bei der Weiler Stadtverwaltung das Thema Tigermücke und hält den Flyer mit allerlei nützlichen Infos in den Händen. Foto: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Bähr

Frühjahr – in dieser Zeit entscheidet sich, in welchem Ausmaß die Asiatische Tigermücke ihr Unwesen treibt. Sie nutzt unscheinbare Wasserreste, um ihre ersten Larven auszubringen. Ein einziger vergessener Untersetzer kann hunderte Nachkommen ermöglichen. Im Frühling, wenn die Temperaturen steigen und die Eier aus dem Vorjahr schlüpfen, entsteht die erste Generation – und damit die Grundlage für alle folgenden. Deshalb bittet die Stadtverwaltung alle Bürgerinnen und Bürger darum, bei der Bekämpfung der Plagegeister mitzuhelfen.
 
Klar ist: Werden die Brutstätten jetzt beseitigt, lässt sich der erste große Schlupf im März und April verhindern, was wiederum die späteren Massenentwicklungen im Mai oder Juni deutlich reduziert. Schon eine Verringerung der Population senkt das Risiko von Stichen und potenziellen Krankheitsübertragungen spürbar.
 
Was sind die zentralen Maßnahmen zur Bekämpfung im Frühjahr?
 
„Es sollte kein offenes Wasser herumstehen, Wasseransammlungen sollten konsequent entfernt werden“, macht Laura Seewald deutlich, die bei der Stadtverwaltung das Thema Tigermücke bearbeitet. So gilt es, alle Gefäße zu leeren oder umzudrehen. „Alles, in dem sich Regenwasser sammeln kann. Da reicht schon ein voller Flaschendeckel aus“, sagt Seewald.
 
Die Rede ist von Blumentopfuntersetzern, Gießkannen, Eimern, Spielzeug oder auch Regentonnen ohne Deckel. Letztere sollten abgedeckt oder mit engmaschigen Netzen gesichert werden. Auch Vogeltränken oder Wasserschalen sollten alle zwei Tage ausgeleert und frisch befüllt werden.
 
Ebenso wichtig ist es, mit offenen Augen durch den Garten zu gehen und einen genaueren Blick auf versteckte Winkel zu werfen. Hier kann sich unbemerkt Wasser ansammeln. Besonders Dachrinnen sollten auf Verstopfungen geprüft werden, da Laub und Schmutz kleine Pfützen entstehen lassen können. „Auch Abdeckplanen sollten straff gespannt sein, damit sich keine Ansammlungen bilden“, erklärt Seewald.
 
Unbenutzte Gegenstände wie Eimer, Spielzeug oder alte Töpfe sollten gänzlich entfernt oder so gelagert werden, dass sie vollständig trocken bleiben. „Jede dieser Maßnahmen hilft uns allen weiter. Schließlich sind die Plagegeister äußerst aggressiv und lästig und sorgen dafür, dass für manche Weilerinnen und Weiler Garten- und Terrassenaufenthalte fast unmöglich werden“, lässt Seewald wissen.
 
Potenzielle Brutplätze können auch durch biologische Larvenbekämpfung verhindert werden. Bei Bti handelt es sich um Tabletten, die alle zwei Wochen in stehendes Wasser gegeben werden müssen. „Bti ist ein bakterielles Eiweiß, das die Larven im Wasser absterben lässt. Es ist ein biologischer Wirkstoff, der gezielt Mückenlarven abtötet, aber für andere Tiere unbedenklich ist“, erklärt Seewald. Bti wird an die Weilerinnen und Weiler im Rathaus und in den Ortsverwaltungen ausgegeben.
 
Warum sollte dieser Aufwand betrieben werden?
 
Die Tigermücke kann exotische Krankheiten wie Dengue, Zika oder Chikungunya übertragen, die beim Menschen Fieber, Gelenkbeschwerden oder andere Beschwerden auslösen können. Die Zahlen von erkrankten Urlauberinnen und Urlaubern – vor allem bei Dengue – steigen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz stetig an. So könnten Tigermücken erst infizierte und dann andere Personen stechen und dadurch Krankheitsviren übertragen. Mit steigenden Temperaturen und einer wachsenden Population steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eingeschleppte Viren weitergegeben werden.
 
Die Tigermücke fällt zudem im Alltag dadurch auf, dass sie aggressiv sticht – immer am hellen Tag und mehrfach hintereinander. Ihr Verhalten unterscheidet sich deutlich von heimischen Mückenarten, die eher in der Dämmerung aktiv sind und Menschen weniger hartnäckig verfolgen. Gartenbesuche werden schnell unangenehm, weil man das Gefühl hat, ständig umschwirrt oder gestochen zu werden.
 
Tigermücken-Bekämpfer der Stadtverwaltung sind in den kommenden Wochen wieder unterwegs, um die Bevölkerung über die Tigermücke aufzuklären, auf mögliche Brutstätten im Garten hinzuweisen, Bti-Tabletten auszugeben und Info-Flyer an die Anwohnerinnen und Anwohner zu verteilen. Die Mitarbeitenden können sich durch ein Schreiben der Stadtverwaltung ausweisen. Wichtig sind auch entsprechende Informationen zu Funden. Die Stadtverwaltung bittet die Bevölkerung, Tigermückenfunde per Mail an tigermuecke@weil-am-rhein.de zu melden.
 
Warum spielt Solidarität eine wichtige Rolle?
 
„Die Tigermücke ist im gesamten Stadtgebiet von Weil am Rhein verbreitet, allerdings konnte die Belastung im Jahr 2025 deutlich reduziert werden. Dies ist vor allem auf die verbesserte Bekämpfungssituation durch die Anwohnerinnen und Anwohner zurückzuführen“, freut sich Seewald. Solidarität spielt bei der Bekämpfung dieser Stechmücken eine wichtige Rolle. „Die Tigermücke macht nicht an Grundstücksgrenzen halt, und einzelne Maßnahmen wirken nur dann, wenn viele Menschen im Umfeld mitziehen“, verdeutlicht Seewald.
 
Gemeinsames Handeln sorgt dafür, dass die Population insgesamt niedrig bleibt oder sich gar nicht erst etabliert. „Es geht um Lebensqualität, Gesundheit und ein Umfeld, in dem sich alle wieder gern im Freien aufhalten“, sagt Seewald. Besonders wirksam werde die Bekämpfung, wenn sich Nachbarn gegenseitig erinnern, unterstützen und gemeinsam auf ihre Gärten achten.
 
Sollte Hilfe benötigt werden, können sich die Weilerinnen und Weiler direkt bei der Tigermückenbekämpfung im Rathaus melden (E-Mail: tigermuecke@weil-am-rhein.de oder Telefon: 07621/704-317). Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage der Stadt Weil am Rhein unter www.weil-am-rhein.de.