„Herzkammer der Demokratie“
„Kommunen sind der Schlüssel für eine starke demokratische Kultur und werden nicht ohne Grund als Herzkammer der Demokratie bezeichnet“, machte Oberbürgermeisterin Diana Stöcker bei ihrer Neujahrsansprache anlässlich des Neujahrsempfangs der Stadt Weil am Rhein deutlich. Sie lobte das Engagement vieler, vieler Menschen in Unternehmen, Vereinen und sozialen Organisationen. „Nur dank ihnen konnten wir im vergangenen Jahr Vieles auf den Weg bringen und in die Tat umsetzen.“
Gemeinsam, so hob Stöcker hervor, habe man wichtige Weichen gestellt: für eine nachhaltige Stadtentwicklung, für einen starken Wirtschaftsstandort, für moderne Bildungseinrichtungen, für eine leistungsfähige Infrastruktur und eine zukunftsfähige Energieversorgung.
Stöcker hob unter anderem die Kampagne „Weil.Sauber.Besser.“ hervor. „Sie stärkt das Bewusstsein für Sauberkeit in der Stadt und wird auch 2026 fortgesetzt“, sagte Stöcker. Sage und schreibe 549 engagierte Bürgerinnen und Bürger im Alter von 3 bis 85 Jahren hätten sich bisher beteiligt. „Gemeinsam sammelten sie über 4.000 Liter Müll und reinigten eine Fläche von 3,99 Quadratkilometern – das entspricht rund 559 Fußballfeldern.“
Die schwierige Finanzlage der Kommunen war ebenso ein gewichtiger Teil von Stöckers Rede. „Kommunen erfüllen mit begrenzten Ressourcen immer mehr Aufgaben. Die Schere zwischen Ausgaben für diese Aufgaben und begrenzte Einnahmen, sowohl im Umfang als auch bei den Einnahmemöglichkeiten, geht immer weiter auseinander“, hielt sie fest.
Ohne eine grundlegende Änderung der Kommunalfinanzierung werde sich die finanzielle Situation der Kommunen und damit auch die der Stadt Weil am Rhein in den nächsten Jahren zunehmend verschlechtern. Neben der Verbesserung der Einnahmesituation gehe es insbesondere darum, sich einer ehrlichen Aufgabenkritik zu stellen und die Ausgabendynamik der Kommunen langfristig zu stoppen.
„Die finanzielle Lage ist eine Kernfrage der kommunalen Selbstverwaltung. Kommunen müssen finanziell so aufgestellt sein, dass sie ihrem Anspruch und ihrer Verantwortung gerecht werden können.“ Sie benötigten wieder eine Perspektive für eine erfolgreiche Haushaltsführung. Stöcker: „Vertrauen in die Demokratie lebt von Verlässlichkeit bei der Umsetzung von Vorhaben und Versprechen.“
Der Große Sitzungssaal war mit 500 Gästen wieder bis auf den letzten Platz gefüllt und festlich dekoriert. Den würdigen Rahmen dieses sehr bedeutsamen Ereignisses in der 3-Länder-Stadt bildeten zudem die ebenso bewährte wie spielfreudige Orchestergesellschaft Weil am Rhein unter der Leitung von Franck Nilly sowie die Geschwister Julia und Anna Dietsche. Die beiden Musikschülerinnen verzückten mit dem Hackbrett das Publikum musikalisch. Einmal mehr ein echtes Erlebnis. Der Applaus war groß.
So auch bei der Auszeichnung für Joachim Duttlinger, der für sein enormes fast 50-jähriges, ehrenamtliches Engagement beim ESV Weil am Rhein mit der Landesehrennadel geehrt wurde. „Eine Stadt lebt durch die Menschen, die ihr ein Gesicht geben“, meinte Stöcker. Menschen, deren Handeln nicht von Leistungsprinzip oder Gewinnstreben getrieben sei, sondern von Leidenschaft, menschlicher Wärme und Zuneigung.
Duttlinger begann 1977 im Verein als Schriftführer, weitere Funktionen schlossen sich an und seit 2015 ist er für die Sportanlagen des ESV verantwortlich. Des Weiteren gehört Duttlinger seit 1990 zum Organisationsteam des Dreiländerlaufs und organisiert die Altpapiersammlungen sowie Putz- und Verkaufsaktionen des ESV. Dabei ist er ein echter Teamplayer. „Sie haben stets verstanden, andere Ehrenamtliche zu motivieren und mitzureißen. Sie sind kein Mensch der großen Auftritte, arbeiten im Stillen und sind beinahe unersetzlich für den ESV.“
Duttlinger bedankte sich mit einer kleinen Rede: „Im Rückblick fühlt es sich nicht nach Arbeit an, sondern als Teil meines Lebens, das mich reich beschenkt hat. Gemeinsames Engagement sei der Klebstoff unserer Gesellschaft warb für das Ehrenamt. „Menschen sollen füreinander da sein.
Launige, auf alemannisch vorgetragene Neujahrsgrüße überbrachte einmal mehr die Markgräfler Trachtengruppe um Michael Lindemer. Natürlich hatten sie auch wieder zwei riesige Neujahrsbrezeln für die Verwaltungsspitze mitgebracht. Im Anschluss an den offiziellen Teil konnten sich die Besucherinnen und Besucher im Foyer in ungezwungener Atmosphäre unterhalten und dabei das umfangreiche Buffet genießen.
Die Resonanz war einmal mehr positiv. 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Rathaus sorgten für einen reibungslosen Ablauf des wichtigsten gesellschaftlichen Anlasses in der 3-Länder-Stadt.






