Retten und Helfen bereitet Freude

Katastrophenschutztag am Kant: Feuerwehr und Hilfsorganisationen führen Sechstklässler an Thema heran  

Praxisnah: Am Stand der Weiler Feuerwehr lernten die Sechstklässler des Kant-Gymnasiums beim Katastrophenschutztag den richtigen Umgang mit Feuerlöschern kennen. Foto: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Stöcker

Mit sichtbarer Neugier und spürbarem Tatendrang waren die 96 Schülerinnen und Schüler der 6. Klassen des Weiler Kant-Gymnasiums beim ersten Katastrophenschutztag dabei. Die Feuerwehr, das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Rettungshundestaffel Oberrhein vermittelten anschaulich die Grundlagen ihrer Arbeit. Ziel des Tages war es, die Kinder frühzeitig für das Thema Katastrophenschutz zu sensibilisieren und ihnen wichtige Kompetenzen für Notfälle und Krisensituationen zu vermitteln.
 
Nach der Einführung in das Thema „Katastrophen“ im Klassenverband durchliefen die Kinder in Kleingruppen sechs Stationen. Dort erhielten sie neben theoretischem Wissen vor allem praktische Einblicke in die Arbeit der Hilfsorganisationen und anschauliche Tipps.
 
So etwa bei Kant-Lehrerin und Schulsanitäter-Ausbilderin Marlene Jakobs, die diesen Tag auch federführend vorbereitete. Sie versuchte, die Schülerinnen und Schüler für das Retten und Helfen zu sensibilisieren und ihnen den Dienst am Nächsten näherzubringen. Die Leiterin des Jugendrotkreuzes des Ortsvereins Weil-Haltingen machte immer wieder deutlich, dass dieses ehrenamtliche Engagement große Freude bereite.
 
Feuerwehrmann Gerold Engler, der als Sachbearbeiter für Katastrophenschutz bei der Stadt Weil am Rhein tätig ist, präsentierte den Kindern die Vorsorge-Checkliste. Er machte klar, dass Vorsorge zuhause wichtig und man im Notfall so gut gerüstet sei. Engler stellte zudem auch die unterschiedlichen Sirenenwarnsignale den jungen Interessierten vor.

An einer weiteren Station erklärte Katharina Fautz, Ehrenamtsmanagerin der Feuerwehr, den Sechstklässlern die technische Ausrüstung. Sie beantwortete Fragen zur Wärmebildkamera oder wie man sich unter einer Atemschutzmaske verständigen kann, und erklärte, welche Aufgaben und Möglichkeiten Einsatzfahrzeuge besitzen. Viel actionreicher war natürlich die Übungsstation der Feuerwehr selbst. Hier lernten die Kinder unter anderem den Umgang mit Feuerlöschern kennen. Und wie man einen Fettbrand löscht oder besser nicht.
 
Nicht weniger spektakulär ging es beim DRK zu, das seinen Notfall-Krankentransportwagen auf dem Schulhof parkte. Die Retter zeigten, wie das Notfall-Equipment im Ernstfall Leben retten kann. Auch die Erste Hilfe kam nicht zu kurz: etwa die stabile Seitenlage, das richtige Abnehmen eines Helms nach einem Unfall oder die korrekte Wundversorgung.
 
Den heimlichen Star des Katastrophenschutztages hatte die Rettungshundestaffel Oberrhein dabei. Hundeführer Horst Hunker brachte extra seine Suchhündin Josy mit, die den staunenden Kindern zeigte, was diese geschulten Spürnasen alles können. Die Schäferhündin suchte nach einem im Karton versteckten Schüler – und spürte ihn natürlich auf.  
 
Seit diesem Schuljahr ist der „Katastrophenschutz an Schulen“ fester Bestandteil des Bildungsauftrags für die Klassen 6 und 7.  Das Kant-Gymnasium gehört nun zu den Vorreitern in der praktischen Umsetzung dieses landesweiten Konzepts. Die Organisation des Tages erfolgte federführend durch das schulinterne Organisationsteam Katastrophenschutz. Das Organisationsteam die Feuerwehr und die Hilfsorganisationen beteiligen sich gerne.
 
Auch Oberbürgermeisterin Diana Stöcker und Ellen Nonnenmacher, Leiterin des Rechts- und Ordnungsamtes, machten sich ein Bild vor Ort und zeigten sich begeistert: „Die Motivation der Schülerinnen und Schüler ist riesig. Zudem danke ich den Hilfsorganisationen für ihr großes Engagement“, meinte Stöcker und freute sich gemeinsam mit Nonnenmacher auch über das große An- und Aufgebot der Rettungskräfte auf dem Schulhof.
 
Stöcker zog im Nachgang ein zufriedenes Fazit und blickte bereits in die Zukunft. „Das war der Pilot. Wir haben es ausprobiert und freuen uns über die erfolgreiche Premiere. Dieser Tag hat auf alle Fälle Zukunft. Wir werden nun miteinander sprechen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen, um alle weiterführenden Schulen zu berücksichtigen.“