Einblicke in weniger bekannte Arbeiten
Ein Jubiläumsbeitrag mit einem Vortrag von Dr. Maren Siegmann zum 200. Todesjahr von Johann Peter Hebel findet am Donnerstag, 7. Mai, um 18 Uhr statt. Unter dem Titel "Der Fisch geht ans Land, die Flosen verwandeln sich in Füße, Johann Peter Hebel lehrt Zoologie“ gibt es Einblicke in die weniger bekannten Arbeiten des alemannischen Dichters und Pastors.
Der Vortrag ist eine von zahlreichen Veranstaltungen, Ausstellungen und Projekte, die sich in diesem Jubiläumsjahr rund um seine Person drehen. Das Besondere an diesem Jubiläum: Es ist grenzüberschreitend.
Sowohl im Literaturland Baden-Württemberg als auch im schweizerischen Basel, wo Hebel zur Welt kam, und im französischen Elsass wird der Poet und Theologe gefeiert. In Weil am Rhein ist Hebel insbesondere durch seine Beziehung zu Gustave Fecht berühmt.
"Ich lese wieder Zoologie" schreibt Johann Peter Hebel an Carl Christian Gmelin, den Freund, im November 1796. Gmelin ist der Naturwissenschaftler am Karlsruher Hof - er betreut die verschiedenen Sammlungen und lehrt am Gymnasium Illustre.
Doch aktuell ist Krieg, Teile der Sammlungen sind evakuiert, Gmelin ist in Erlangen. Hebel hält derweil in Karlsruhe die Stellung: er betreut die zurückgelassenen Naturalien und Bücher, hält Vorlesungen auf (nach heutigen Maßstäben) Grundstudiums-Niveau, unterrichtet mehrere Privatschüler. Und er schreibt in dieser Zeit viel.
Freund Gmelin werden bei 'unserem' Brief die Haare zu Berge gestanden haben. Hebel unterrichtet Zoologie "nach einem ganz eigenen Plan der mich selber sehr amüsirt". Um diesen Plan geht es im Vortrag, und um die Frage, wie Hebel darauf gekommen sein könnte.
Bibel und Naturbeobachtung, Sammeln und Systematisieren, Wunderkammern und Museen - das ausgehende 18. Jahrhundert ist eine Umbruchzeit, in der alte und neue Weltanschauungen kollidieren und die uns heute vertrauten Naturwissenschaften erst im Entstehen sind. Hebel, Gmelin und ihre naturneugierigen Kollegen verändern die Welt.
Dr. Maren Siegmann gibt hier stimmungsvolle Eindrücke in die damaligen Entwicklungen. Der Eintritt ist frei.
Besucher können eine halbe Stunde vor Vortragsbeginn noch die aktuelle Sonderausstellung „Das Rauschen der Formen“ besichtigen. Weitere Infos: https://hebel2026.de
