Baukastenprinzip aus natürlichem Baustoff

Erweiterungsbau der Gemeinschaftsschule: Jetzt wird der Holzbau ausgeführt

Die wohl markanteste Etappe des Erweiterungsbaus: der Holzbau. Tragende Wände, Unterzüge und Fassade werden nun in diesem natürlichen Baustoff ausgeführt. Der Rohbau des Sockelgeschosses sowie zwei Treppentürme sind fertiggestellt. Foto: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Bähr

Es geht voran: Die Rede ist vom Erweiterungsbau der Gemeinschaftsschule (GMS) Weil am Rhein, der in ökologisch nachhaltiger Holzhybrid-Bauweise errichtet wird. Die Baugrube ist ausgehoben und die Stahlbetonarbeiten soweit abgeschlossen. Der Rohbau des Sockelgeschosses, in dem sich Tiefgarage, Fahrradstellplätze und Technikräume befinden sowie zwei Treppentürme sind fertiggestellt. Nun startet eine weitere Etappe, die wohl markanteste: der Holzbau.
 
Tragende Wände, Unterzüge und Fassade werden in diesem natürlichen Baustoff ausgeführt. Und zwar alle vier oberirdischen Geschosse. Die einzelnen Bauteile wurden bereits in der großen Werkhalle der Firma Fluck in Blumberg bearbeitet. Sie kommen fix und fertig auf die Baustelle und werden da mit dem Kran entsprechend einjustiert und montiert.
 
„Dieses Vorgehen gleicht dem Baukastenprinzip“, erklärt Wolfram Schneider, Architekt im Amt für Gebäude- und Umweltmanagement (GMU). Der große Vorteil: die Bauzeit wird enorm verkürzt.
 
Das dafür verwendete Nadelholz, so teilt Schneider mit, komme aus dem süddeutschen Raum und Österreich. Die Kosten des Holzbaus betragen rund 1,8 Millionen Euro. Etwa drei Monate braucht es nun, um nach den erfolgten Vorarbeiten die einzelnen Teile ausbaufähig zusammenzusetzen.
 
Im Juli 2025 erfolgte anlässlich einer kleinen Feierstunde inklusive symbolischen Spatenstich auf dem Schulcampus der Startschuss für das Bildungsprojekt, dass mit rund 9,9 Millionen Euro veranschlagt ist.
 
Der Erweiterungsbau entsteht auf dem ehemaligen Lehrerparkplatz und wird als Solitärgebäude an den Bestand angebunden. Das Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 1200 Quadratmetern erhält die Kubatur eines Quaders.
 
Das Bauwerk wird als Low-Tech-Gebäude im KfW 55 Standard ausgeführt: intelligente Gebäudeausrichtung, optimierte Größe und Lage der Fensteröffnungen, automatisierte Nachtauskühlung über Fensterelemente sowie Fußbodenheizung mit sommerlicher Kühlfunktion.
 
Das Gebäude wird mit Nahwärme versorgt. Die Eigenstromversorgung gelingt über das Blockheizkraftwerk im Hauptgebäude sowie Solarstrom von der Photovoltaikanlage auf dem begrünten Flachdach.
 
Das EG enthält ein Mobiles Trennwandsystem und dadurch variabel kombinierbare Funktionsbereiche, wie etwa ein großer Veranstaltungsraum, ein Musikraum oder ein Lernatelier. Dort befinden sich weiter ein individueller Lernraum, die Bibliothek und ein Arbeitsraum für Lehrerinnen und Lehrer.
 
Im Bereich des ersten bis dritten Obergeschosses finden sich vier Klassenräume wieder, Räume für Bildende Kunst, ein Werktextilraum, Fachräume für Biologie, Chemie und Physik, ein weiterer Raum für individuelles Lernen, ein Büro für die Schulsozialarbeit sowie zwei Besprechungsräume. Es entstehen insgesamt 14 Unterrichtsräume.
 
Im Untergeschoss haben ein Parkdeck für elf Pkw-Stellplätze und sechs Fahrradstellplätze, die Haustechnik-Zentrale und ein Lager Platz. Das insgesamt fünfgeschossige Gebäude soll, entsprechend aktueller Planung, im Sommer des Jahres 2027, fertiggestellt werden.
 
Eine Kamera auf der Terrasse des Bestandsbaus angebracht, zeichnet demnächst den kontinuierlichen Baufortschritt auf und begleitet den Bau kontinuierlich und zeigt eindrucksvoll, wie sichtbar die Arbeiten voranschreiten.