Gemeinsame Sprache baut Brücken
Eine Idee, ein Weg, eine Sprache, drei Länder“ – mit diesen Worten brachte Weils Oberbürgermeisterin Diana Stöcker beim Jubiläumsfest des DreylandDichterwegs in der Garnisonskirche in Huningue das Wesentliche auf den Punkt. Der 2016 eingeweihte grenzüberschreitende Weg verbindet die Menschen der Region und hebt ihre Gemeinsamkeiten hervor.
Die Landschaft verbindet, die Kultur verbindet – und vor allem verbindet die alemannische Sprache. All dies prägt den DreylandDichterweg, der sich von der Dreirosenbrücke in Basel über das elsässische Huningue und die Dreiländerbrücke bis zum Rheinpark in Weil am Rhein entlang des Rheins schlängelt.
Dass dieser Weg weltweit einzigartig sei, betonte Vivienne Gaskell, Präsidentin des Kulturvereins Elsass-Freunde Basel. „Er verbindet drei Länder entlang des Rheins und fördert den kulturellen Austausch in der Region.“ Besonders im Fokus stehe dabei die Pflege der gemeinsamen alemannischen Sprache.
Zum zehnjährigen Bestehen wurde eine trinationale Feier mit rund 100 Gästen aus den beteiligten Gemeinden ausgerichtet. Das Programm fand auf Alemannisch, Deutsch und Französisch statt und vereinte Literatur und Musik aus der Region. Dichterinnen und Dichter präsentierten Texte des Wegs und wurden musikalisch begleitet vom Duo Daniel Muringer (Elsass) und Uli Führe (Südbaden). Zum Abschluss las Sandhya Hasswani, eine junge Autorin aus Südbaden, ihren Prosatext "Friide" vor.
Gleichzeitig hoben Oberbürgermeisterin Diana Stöcker, Huningues neuer Bürgermeister Jules Féron und auch Conradin Cramer, Regierungspräsident des Kantons Basel-Stadt, das Verbindende dieses literarischen Spaziergangs über drei Landesgrenzen hinweg hervor.
Die Idee für den DreylandDichterweg stammt von den Elsass-Freunden Basel, inspiriert vom ersten Dichterweg im Elsass. Unterstützt wurde das Projekt von den Behörden sowie den damaligen Stadtoberhäuptern Jean-Marc Deichtmann (Huningue) und Wolfgang Dietz (Weil am Rhein).
Bei der Einweihung bestanden die Stationen aus 24 Tafeln mit Mundarttexten von beiden Seiten des Rheins. Heute sind es 27 Tafeln, und drei weitere alemannische Gedichte kommen hinzu. Die Texte von Johann Peter Hebel, Markus Manfred Jung, Aernschd Born oder Lina Kromer auf den Stelen und Tafeln greifen Alltagsthemen auf, erinnern an Vergangenes, thematisieren Belastendes oder blicken nachdenklich auf das Leben.
Über QR-Codes auf den Tafeln lassen sich zusätzliche Informationen und Biografien der Dichterinnen und Dichter abrufen. Zudem können die Gedichte in ihrer Originalfassung angehört werden. Im Friedlinger Rheinpark wurden kürzlich alle acht Tafeln erneuert, da viele beschädigt waren. Die neuen Tafeln sind robuster gefertigt und stabiler montiert.
Beim Jubiläumsfest betonte Stöcker, dass Basel, Huningue und Weil am Rhein Teil eines gemeinsamen Kulturraums seien. „Das Projekt endet nicht an der Landesgrenze.“ Sie dankte den Elsass-Freunden für Idee, Ausdauer und Überzeugungskraft. „Der Weg lädt zum Gehen, zum Lesen und zum Stehenbleiben ein. Sprache baut Brücken.
Elsass-Freunde Basel: Der 1985 gegründete Verein mit Sitz in Basel zählt heute rund 320 Mitglieder aus der Dreiländerregion. Ziel ist die Förderung der grenzüberschreitenden Beziehungen durch kulturellen Austausch sowie die Pflege der gemeinsamen alemannischen Sprache. Weitere Informationen: www.elsass-freunde-basel.ch.