„Sie schenken Hoffnung und lindern Not“
„Sie übernehmen Verantwortung, Sie bringen sich ein, Sie kümmern sich um andere. Sie machen mit – und Sie machen Mut“: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat anlässlich seiner Besuchsreihe "Ortszeit Deutschland" in Lörrach im Werkraum Schöpflin sieben Frauen und sechs Männer mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Unter ihnen auch Thomas Harms aus Weil am Rhein.
Die Geehrten würden Tag für Tag zeigen, was passiere, wenn Menschen – egal in welcher Lage – nicht warteten, bis jemand anderes handle. Genau das sei die Idee vom Gemeinwesen als geschenkter und herausfordernder Lebenswelt: Etwas, das wachse, wenn Menschen einander nicht gleichgültig seien und der Ort und seine Bewohner einander prägten und veränderten. „Sie machen die Welt besser für Jüngere und Ältere, für Einheimische und Geflüchtete hier bei uns und für Menschen in Not in Krisenregionen. Sie geben anderen Kraft und inspirieren sie dazu, dabei zu sein, nicht zu vereinsamen. Sie machen unsere gemeinsame Welt schöner, vielfältiger und gesünder“, sagte der Präsident.
Dabei ginge es nicht um „Superfrauen oder Supermänner“, so Steinmeier. Sie „haben lediglich eine Aufgabe als ihre höchsteigene Pflicht begriffen – es ist für sie kein Ausnahmezustand, sondern das Alltäglichste. Thomas Harms etwa ist seit fast 30 Jahren Vorsitzender des Vereins „KiHev - Kinderhilfe Kiew“ und unterstützt dabei eine Klinik, die sich auf die Behandlung von strahlengeschädigten Kindern spezialisiert hat
In unzähligen persönlichen Besuchen hat er Medikamente, medizinische Geräte, Spielzeug, Süßigkeiten und andere notwendige Dinge in das Krankenhaus in Kiew gebracht, alles finanziert durch Spenden. Seit Ausbruch des Krieges setzt Harms seine Aktivitäten nicht nur fort, sondern hat sie auf eine weitere Klinik ausgedehnt. Außerdem bemüht er sich, dass Lieferungen bis an die Front erfolgen, um die Menschen dort mit dringend benötigten Dingen wie Werkzeug, Sicherheitskleidung und Notstromaggregaten zu versorgen.
Daneben engagiert sich Harms auch regional: Er ist Vorsitzender des Fördervereins der Musikschule Weil am Rhein und seit über 30 Jahren Mitglied des Gemeinderates der Stadt mit aktiver Beteiligung in dessen Gremien.
„Zu dieser höchsten Anerkennung unseres Staates gratuliere ich Ihnen im Namen des Gemeinderats, der Stadtverwaltung sowie persönlich von ganzem Herzen. Schön, dass unser Antrag beim Bundespräsidenten erfolgreich war“, schreibt Oberbürgermeisterin Diana Stöcker in einem Glückwunschschreiben, Und weiter: „Ihr jahrzehntelanges, unermüdliches Engagement ist ein herausragendes Beispiel für gelebte Menschlichkeit und grenzenlose Solidarität. Sie schenken Hoffnung, lindern Not und schaffen Brücken der Verständigung. Dass dieses tief beeindruckende Lebenswerk nun die verdiente Würdigung auf Bundesebene erfährt, erfüllt unsere gesamte Stadtgemeinschaft mit Stolz.“
