Grüne Oase im Quartier

Pocket Park am Messeplatz: Kleiner, aber wirkungsvoller Baustein gegen Hitze

Weils Bürgermeister Lorenz Wehrle (M.) sowie Loredana Dumitrescu und Stephan Fischer von der Stadt- und Grünplanungsabteilung freuen sich über viel Grün und mehr Aufenthaltsqualität. Foto: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Bähr

Er ist eine Art Mini-Oase und entsteht meist dort, wo sich Restflächen, Brachen, Parkplätze befinden. Die Rede ist von einem Pocket Park. Diese sind sehr klein, öffentlich zugänglich, grün gestaltet und eingebettet in ein urbanes Umfeld. Diese neu geschaffene Aufenthaltsfläche direkt im Bereich des Messeplatzes ist die erste dieser Art in Weil am Rhein.
 
„Die Städte werden dichter, heißer und lauter. Solche Parks sind eine Antwort darauf: ein kleiner, aber wirkungsvoller Baustein für eine lebenswerte Stadt“, erläutert Bürgermeister Lorenz Wehrle. Und das Wohngebiet erhalte an der Ecke Bognor-Regis-Straße/Breslauer Straße einen neuen Grünraum, der zum Aufenthalt und zu kurzen Pausen einlade.
 
Pocket Parks sollen Ruhe, Schatten und Natur bieten, und zwar dort, wo Menschen wohnen, arbeiten oder unterwegs sind. Sie machen Straßenräume attraktiver und erhöhen die Aufenthaltsqualität. Und auch wenn es keine riesigen Parks sind, entfalten sie ihre ökologische Wirkung. Sie verbessern das Mikroklima, reduzieren Hitzeinseln, sie fördern Biodiversität und filtern Feinstaub.
 
„Rund 60 Prozent der bisherigen Pflasterfläche wurden entsiegelt und durch eine artenreiche Bepflanzung ersetzt. Zwischen den kleinen grünen Inseln wurden drei zusätzliche Bäume für mehr Schatten eingepflanzt sowie zwei Bänke als Sitzmöglichkeiten integriert“, erklärt Loredana Dumitrescu, zuständige Stadt- und Grünplanerin im Bauamt.
 
Die rund 325 Quadratmeter große Fläche soll sich in den kommenden Jahren dank der großflächige pflegeleichte Bepflanzung zu einer grünen Oase entwickeln. „Die insektenfreundlichen Pflanzen schaffen Lebensräume sowie Nahrungsquellen (Pollen und Nektar) für zahlreiche Insektenarten“, hält Dumitrescu fest.
 
Diese bürgernahen Erholungsorte haben entscheidende Vorteile gegenüber großen Parkanlagen. Sie sind günstiger – in diesem Fall unter 60.000 Euro – und schneller realisierbar - von der Planung bis zum Einbau der Bänke vergingen drei Monate. Sie sind ideal für Nachverdichtung - keine neue Flächen müssen verbraucht werden - und den Wandel der Stadt hin zu mehr Klimafreundlichkeit und Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Extremwetter.
 
Die Gesamtkosten für den Pocket Park am Messeplatz betrugen rund 60.000 Euro.  Unterstützt wurde das Projekt durch das Förderprogramm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“, das 48.000 Euro für die Planung und Umsetzung naturnaher Maßnahmen bereitstellte.
 
Trotz der anhaltenden Hitzeperiode präsentieren sich die Stauden und Gräser auch in diesen heißen Tagen in einem gesunden, kräftigen Grün. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet der als Mulch eingesetzte Rheinkies, der die Verdunstung reduziert und die Feuchtigkeit länger im Boden hält.
 
Der Einsatz von Rheinkies ist eine nachhaltige und zugleich regionale Lösung. Da das Material aus der Region stammt, sind die Transportwege kurz. Im Gegensatz zu Holzmulch wird Rheinkies auch nicht durch Wind oder Starkregen abgetragen und zersetzt sich nicht. Dadurch muss er deutlich seltener ergänzt oder ausgetauscht werden, was den Pflegeaufwand reduziert und Ressourcen schont.
 
Die Stadtverwaltung hat diese Methode bereits zweimal erfolgreich im Stadtgebiet angewendet. Erstmals in der Bayerstraße und nun am Messeplatz im neuen Pocket Park.
 
Diese Mulchmethode ist nicht mit den Steingärten zu verwechseln, bei denen die Kiesel oder Schottersteine als Deko und zur Vermeidung von Unkrautbefall eingesetzt wird. Oft ist hier auch noch ein Fließ oder Bändchengewebe darunter, um den Unkrautaufwuchs zu unterdrücken. Dies fehlt bei der Mulchung. Denn diese dient ausschließlich der Verdunstungsminimierung und nicht dem Unkrautschutz.