Spielen, entdecken, bewegen, verweilen
Bewegung, Spiel und Begegnung für alle Generationen: Die neu gestaltete, rund 7.500 Quadratmeter große Freifläche im Wohngebiet Hohe Straße südlich des Vitra Campus steht ab sofort von 7 bis 20 Uhr allen kleinen und großen Weilerinnen und Weilern zur Verfügung. Rund 60 neue Bäume wurden gepflanzt, etwa 700 Stauden und 450 Sträucher auf diesem Freizeitareal gesetzt.
Bei der gut besuchten offiziellen Eröffnungsfeier wurde nochmals deutlich, dass die Umgestaltung dieser Freifläche nicht im stillen Kämmerlein geplant wurde. Ganz im Gegenteil. Ein umfangreiches Bürgerbeteiligungsprojekt sorgte seit 2022 dafür, dass rund 100 Weilerinnen und Weiler aller Altersgruppen ihre Vorschläge und Ideen bei mehreren Treffen einbringen konnten. Die Gestaltung stand dabei unter dem Motto: Für alle geeignet, entdecken, Bewegung fördern und Klimawandel berücksichtigen.“
Im Mittelpunkt des Beteiligungsformats stand die Frage: „Was braucht es aus Sicht der Anwohnenden, um auf dieser Fläche gerne zu verweilen?“ Das Projekt wurde federführend von der Stadt- und Grünplanungsabteilung betreut und in Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement der August-Bauer-Straße, der Stadtjugendpflege und der Initiative „Kinderfreundliche Kommune“ durchgeführt.
„Mit dieser Investition schaffen wir einen Ort, an dem Menschen zusammenkommen, sich begegnen und gemeinsam ihre Freizeit verbringen können. Solche Orte stärken den Zusammenhalt in unseren Wohnquartieren und erhöhen die Lebensqualität“, betont Bürgermeister Lorenz Wehrle. Er hofft, dass die kleinen und größeren Besucherinnen und Besucher in dieser neu geschaffenen „kleinen Welt“ auch spielerisch lernen würden, was es bedeute, aufeinander Rücksicht zu nehmen
Der Kleinkinderbreich umfasst eine Schaukel, Spielhaus, Wipptiere, Trampoline, einen Sandspielbereich sowie Erlebnisgeräte, etwa ein Summstein oder Memory. Die Besonderheit: Dieser Bereich kann direkt vom angrenzenden Kindergarten als erweiterte Spielfläche genutzt werden Zugänge sind im Zaunvorhanden und dürfen genutzt werden.
Der absolute Star im Kinderbereich ist ein Dino. Das Wappentier des Areals lädt zum Klettern, Rutschen oder Versteckspiel ein, während für die Jugendlichen eine Chill-Zone mit Hängematten, Slacklines und Outdoorsportgerät angelegt wurde.
Des Weiteren wurde ein Wasserspiel angelegt, Tischtennisplatten und vier Spieltische mit den Klassikern wie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, Vier gewinnt und Mühle sorgen für Kurzweile. Für Action ist auf dem Pumptrack gesorgt, während auf dem Kombi-Kleinspielfeld mit Kunstrasen Fußball oder Basketball gespielt werden kann.
Ausgestattet wurde die Freifläche zudem mit Sonnensegel, Holzdecks zum Sitzen und Liegen, weitere Sitzgelegenheiten und Fahrradständer, Trinkbrunnen, Pergola sowie Mülleimer. Drei Pflanzbeete für Gemeinschaftswerke stehen zur Verfügung.
Die neu gestaltete Anlage, die gleich am Eröffnungswochenende enorme Resonanz erfuhr, bietet attraktive Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, Aufenthaltsbereiche für Familien sowie Ruhezonen, die zum Verweilen einladen. Gleichzeitig verbindet die Stadt mit der neuen Anlage einen Appell an alle Bürgerinnen und Bürger, Verantwortung für den gemeinsamen öffentlichen Raum zu übernehmen.
Die Erfahrung zeigt nämlich leider, dass insbesondere nächtliche Ruhestörungen, Vermüllung und Vandalismus das Zusammenleben belasten und die Freude an solchen Einrichtungen beeinträchtigen können. Deshalb ruft Oberbürgermeisterin Diana Stöcker alle Nutzerinnen und Nutzer dazu auf, die Anlage „mit Respekt zu behandeln und aufeinander Rücksicht zu nehmen“. Dazu gehöre, auch die Nachtruhe der Anwohnerinnen und Anwohner zu achten, Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen und die Spiel- und Bewegungsflächen pfleglich zu nutzen. E-Scooter hätten beispielsweise auf dem Trampolin nichts verloren.
Auch das Thema Inklusion spielte bei den Planungen eine große Rolle: So sind die Spieltische so gestaltet, dass ein Rollstuhlfahrer am Tisch Platz nehmen kann, in das Karussell kann ein Rollstuhl eingestellt werden und das große Trampolin kann mit Unterstützung auch von einem Rollstuhlfahrer benutzt werden.
So einige Besonderheiten mussten beim Bau beachten werden. So war die Abfuhr von Oberboden nicht möglich, da die Fläche im Japankäfer-Quarantänegebiet liegt, des Weiteren wurde auch Aushub von der Baustelle Gemeinschaftsschule, rund 100 Kubikmeter, unter anderem für die Modulation des Pumptracks benutzt. Pflastersteine wurden ausgebaut und in Teilen wieder rund um das Kleinspielfeld eingebaut
„Ein gutes Zusammenleben lebt von Fairness, Freundlichkeit und gegenseitigem Vertrauen. Wenn wir einander mit Respekt begegnen, aufeinander achten und Verantwortung für unsere gemeinsame Umgebung übernehmen, profitieren alle davon“, meint Diana Stöcker.
Und ergänzt: „Lassen Sie uns diese neue Anlage gemeinsam mit Leben füllen – als Ort der Begegnung, des Spiels und der Erholung. Jeder und jede Einzelne kann dazu beitragen, dass sie langfristig ein Gewinn für die ganze Stadt bleibt.“
Wie „gemeinsam“ aussieht, das hat die Pflanzaktion im November 2025 gezeigt, als gut 60 kleine und große Bürgerinnen und Bürger zirka 300 Sträucher setzten und zur Belohnung miteinander vesperten.
Die Gesamtkosten für den Bau und die Planung des Freizeitgeländes im Wohngebiet Hohe Straße beträgt rund 1,9 Millionen Euro.
Wichtig zu wissen: Die neue Spielfläche fällt unter die Kategorie „Sport- und Spielplätze, die weniger als 50 Meter von der Wohnbebauung entfernt sind“. Das bedeutet laut Polizeiverordnung, dass sie täglich von 7 bis 20 Uhr genutzt werden darf.

