„Die Räume werden nun sichtbar“

Richtfest für den Erweiterungsbau der Gemeinschaftsschule / Geplante Fertigstellung: zweites Quartal 2027

Es geht zügig voran: Beim Richtfest des Erweiterungsbaus der Gemeinschaftsschule zeigten sich alle Beteiligten tief beeindruckt von der Geschwindigkeit der Arbeiten. Foto: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Bähr

„Ich weiß nicht, ob Sie wissen, wie viele Augen in den vergangenen Wochen auf Sie alle gerichtet waren. Sie waren für viele Schülerinnen und Schüler eindeutig das attraktivste Gewerk“, ließ Schulleiter Burkart Keller in Richtung der Zimmerleute wissen. Beim Richtfest des Erweiterungsbaus der Gemeinschaftsschule zeigte er sich tief beeindruckt von der Geschwindigkeit der Arbeiten. „Das ist großartig“, war er voll des Lobes.
 
Nur knapp elf Monate ist es her, dass der offizielle Spatenstich für dieses 9,9 Millionen Euro teure Bildungsprojekt stattfand. Nun steht bereits der Rohbau – und das, obwohl alle Beteiligten mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen hatten: etwa der Insolvenz des Erbauers oder dem überraschenden Auftauchen einer Glasfasertrasse am Rande des Baufelds.
 
„Da waren Neuorganisation und schnelle Entscheidungen gefragt“, meinte Bürgermeister Lorenz Wehrle bei seiner Ansprache und freute sich, dass es statt Stillstand mit Tempo voranging. „Wir haben alle stets nach guten Lösungen gesucht.“ Nach dem Ende der Erdarbeiten Ende 2025 wurde der Stahlbetonrohbau mit den beiden Treppentürmen ausgeführt. Seit Mitte März laufen die Zimmererarbeiten. „Es ist das Herzstück des Baus“, so Wehrle. Die Räume würden nun sichtbar und die Proportionen erlebbar.
 
Das Gebäude entsteht in ökologisch nachhaltiger Holzhybrid-Bauweise. Die Zimmerleute fügen dabei die millimetergenau vorgefertigten Holzteile in Präzisionsarbeit auf der Baustelle zusammen – Stichwort Baukastenprinzip. Die einzelnen Bauteile für Wände und Decken kamen fix und fertig an.
 
So sei das Richtfest allen voran das Fest der Handwerker, die ihr eigenes Werk feiern, betonte Wehrle. Das wurde auch beim Richtspruch deutlich, den Zimmerermeister Georg Mellert im Beisein seiner Kollegen hoch oben vortrug. Er hob die zentrale Rolle des Schulgebäudes hervor und äußerte die Hoffnung, dass es die Schülerinnen und Schüler zu vielen guten Leistungen und Taten anspornen möge.
 
Aktuell findet der konstruktive Holzbau seinen Abschluss: Tragende Wände, Unterzüge und Fassade werden in diesem natürlichen Baustoff ausgeführt – und zwar in allen vier oberirdischen Geschossen. Derzeit laufen die Fensterbauarbeiten sowie die Rohinstallationen der technischen Gewerke wie Kabel, Leitungen und Schächte.
 
In Kürze sollen die Dacharbeiten und die Montage der Fassade starten. Parallel beginnt mit dem Innenausbau die heiße Phase. Die geplante Fertigstellung und Inbetriebnahme ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen, die Übergabe an die Nutzenden zum Start des Schuljahres 2027/2028.
 
"Wir feiern heute nach alter Tradition das frisch und schnell aufgerichtete Bauwerk fast ganz aus Holz. Durch die hochmoderne Bauweise aus vorgefertigten Elementen bekommt das präzise Handwerk des Zimmermanns neue Geltung. Durch die angenehme, lichte Gestaltung entsteht ein Ort des Lernens und Lebens, der Zuversicht ausstrahlt und Zukunft hat, so Bürgermeister Wehrle.
 
Schulleiter Keller unterstrich nochmals den Bedarf an Schulraum. „Wir brauchen den Platz dringend. Nach den aktuellen Anmeldezahlen für die neuen 5. Klassen werden wir wieder vierzügig sein. Wir sind die Schule mit den meisten Zugängen. Es ist umso schöner, dass wir den Platz bekommen.“
 
Musikalisch umrahmt wurde das Richtfest von der Bläserklasse 7a, die im künftigen Musiksaal der Gemeinschaftsschule unter der Leitung von Dieter Steininger aufspielte.
 
Alexander Leib von der Firma „Die Holzbauingenieure“, die für die Tragwerksplanung des Neubaus verantwortlich zeichnet, überreichte Oberbürgermeisterin Diana Stöcker eine Urkunde über eine zu diesem besonderen Anlass vollzogenen Spende des Unternehmens für ein Aufforstungsprojekt in Kenia.100 Bäume werden dort nun neu gepflanzt.