Weiler Wochenmarkt wird 100
„Es ist verboten, von Butter und Milch mit den Fingern Kostproben zu entnehmen.“: so steht es in der Wochenmarktordnung der Gemeinde Weil geschrieben, die im März 1925 verabschiedet wurde. Einige Monate später, im Januar 1926 nämlich, fand der erste Wochenmarkt auf dem Marktplatz in der Gartenstadt statt.
Heute, 100 Jahre später, ist der Wochenmarkt noch immer beliebt. Noch immer werden frische, regionale Produkte angeboten und noch immer sind die Marktbeschickerinnen und -beschicker bei Wind und Wetter für ihre Kundschaft zur Stelle. Allerdings werden die Stände seit Dezember 1977 auf dem Rathausplatz aufgebaut – immer mittwochs und samstags. Zuvor war er seit Mai 1964 auf dem „Trocadero-Platz“ in der Hauptstraße zuhause.
„In der Zeit vom 1. Mai bis 30. September dürfen auf dem Wochenmarkt nur völlig frische Fische feilgehalten werden. Dieselben müssen in Gefäßen mit frischen Wasser aufbewahrt werden“, heißt es in §5 der Wochenmarktordnung von 1925. Und in §6 heißt es: „Hat die Butter das richtige Gewicht nicht, so werden die einzelnen Butterstücke von dem kontrollierenden Beamten zerbrochen.“
„Der Wochenmarkt gehört seit nunmehr 100 Jahren fest zum Leben in Weil am Rhein“, sagt Bürgermeister Lorenz Wehrle und bedankt sich bei den Beschickern: „Mit ihrem Engagement, ihrer Verlässlichkeit und ihrer täglichen Arbeit tragen sie wesentlich dazu bei, dass unser Markt ein lebendiger Treffpunkt und ein wichtiger Bestandteil unserer Stadtgemeinschaft ist.“
Marktmeisterin Stephanie Droßelmeyer schätzt vor allem die Treue der Anbieter und spricht von einer „sehr guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit“. Dasselbe gilt natürlich auch für den Markt am Donnerstag, wenn frische Waren in Eigenregie direkt neben dem Berliner Platz angeboten werden.
Die Weiler Wochenmärkte finden großen Zuspruch durch ihre Vielseitigkeit an regionalen und saisonalen Produkte. Ob Obst oder Gemüse, auch Bio-Produkte, Fleisch- und Wurstwaren, Eier, Pilze, Oliven, Backwaren, Käse, Marmeladen, Honig oder Schnaps. „Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das Angebot ist bunt, vielfältig und frisch“, freut sich Droßelmeyer.
Die Stadtverwaltung nimmt das besondere Jubiläum zum Anlass, den Beschickerinnen und Beschickern für ihren langjährigen Einsatz und Treue anlässlich eines Aperos im Rathaus zu danken.

