Zur Absage des Internationalen Picknicks

Zu den Hintergründen dieser Entscheidung, nimmt die Stadt Weil am Rhein wie folgt Stellung:

Rathaus Weil am Rhein. Foto: Stadtverwaltung / Bähr

Vorab ist eine Klarstellung wichtig: Das Internationale Picknick steht für Begegnung, für den Austausch, für Verbindung und Gemeinschaft. Werte, die uns als Stadt ebenfalls sehr wichtig sind. Es sollte tagsüber und zu den Öffnungszeiten des Spielplatzes stattfinden. Wir haben vom Picknick auch keine großen Störungen erwartet.

Warum aber dann die Absage? Entscheidend war die Gesamtsituation am Ort, nicht die Veranstaltung. Für die Menschen, die dort wohnen und über Wochen hinweg sehr viel mitgetragen haben, wäre auch eine Veranstaltung mit den besten Zielen aus ihrer Sicht vor allem eines gewesen: eine zusätzliche Belastung an einem Ort, an dem sie ohnehin seit Wochen keine Ruhe hatten. Diese Wahrnehmung ist nachvollziehbar und verdient ebenfalls Respekt – unabhängig davon, wie wertvoll das Anliegen des Picknicks ist.

Der Spielplatz im Quartier Hohe Straße war über Wochen wiederholt Schauplatz erheblicher Lärmstörungen – überwiegend in den Nachtstunden und weit über die Öffnungszeiten hinaus. Zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner haben sich beschwert und deutlich gemacht, wie stark die Belastung ihren Alltag und ihre Nachtruhe beeinträchtigt hat. Diese Anliegen nehmen wir sehr ernst.

Die Stadtverwaltung hat auf die Beschwerden reagiert und im Verlauf des Sommers eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. Der Gemeindevollzugsdienst war in den Abendstunden verstärkt vor Ort, die Polizei hat ihre Präsenz erhöht, und zusätzlich wurde ein privater Sicherheitsdienst beauftragt. Dabei ging es zunächst um Aufklärung: Einem Teil der Gäste waren die geltenden Regeln – insbesondere die Öffnungszeiten – anfangs nicht bekannt. Gegenüber denjenigen, die die Nachtruhe wiederholt und absichtlich gestört haben, wurde konsequent eingeschritten. Diese Maßnahmen haben die Lage verbessert, sie haben die Belastung für die Anwohnerschaft jedoch nicht in dem erforderlichen Maß auflösen können.

Als vor etwa einem Jahr die ersten Planungen für das Internationale Picknick begannen,  - ­die Stadt war von Beginn an mit im Boot und hat die Organisatoren bei Planung und Organisation unterstützt - war nicht absehbar, dass der Veranstaltungsort über den Sommer in dieser Weise negativ in den Blick geraten würde. Der Ort war und ist ein Ort, an dem Groß und Klein, Alt und Jung zusammenkommen und gemeinsam Zeit verbringen und man anderen Gästen und den Anwohnenden mit Respekt begegnet.

Die Entscheidung zur Absage ist uns nicht leichtgefallen. Das Internationale Picknick war lange und mit großem Engagement vorbereitet und viele Menschen haben sich darauf gefreut. Zugleich tragen wir Verantwortung für die Anwohnerinnen und Anwohner, denen in diesem Sommer sehr viel zugemutet wurde. Nach Abwägung beider Seiten haben wir uns kurzfristig entschieden, in diesem Jahr auf die Veranstaltung zu verzichten. Eine Verlegung an eine andere Stelle wurde erwogen. Da es den Charakter eines Picknicks aber geändert hätte, wurde das verworfen. Dass wir mit dieser Entscheidung Erwartungen enttäuscht haben, ist uns bewusst.

Ein ausdrücklicher Dank gilt allen, die an der Vorbereitung beteiligt waren. Ihr Einsatz verdient Anerkennung, auch wenn die Veranstaltung nicht stattfinden konnte. Die Absage ist in keiner Weise eine Kritik an ihrer Arbeit, sondern allein eine Folge der besonderen Lage vor Ort.

Die Absage ändert nichts an dem, wofür das Internationale Picknick steht und wofür Weil am Rhein steht: Toleranz, Miteinander und Begegnung. Mehr als 100 Nationalitäten sind in Weil am Rhein zuhause – diese Vielfalt ist ein Gewinn für unsere Stadt und prägt das Leben in den Quartieren. Formate, die Menschen zusammenbringen, sind und bleiben deshalb ausdrücklich gewollt.

Die Stadt Weil am Rhein setzt das Gespräch mit allen Beteiligten fort. Ziel ist es, gemeinsam Lösungen zu finden und unter welchen Bedingungen beziehungsweise an welchem Ort das Internationale Picknick stattfinden kann.