Begrünung und Schattenspender
Wie kann Weil am Rhein noch besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereiten? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit die Stadtverwaltung. Eine Online-Bürgerbefragung zu Maßnahmen der Klimaanpassung ging Ende September zu Ende und stieß auf großes Interesse. Fast 300 Personen äußerten ihre Meinung.
Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und häufiger auftretende Extremwetterereignisse wie Starkregen stellen Kommunen vor neue Herausforderungen. Wo sollte die Stadtverwaltung Weil am Rhein in Zukunft weitere Maßnahmen zur Klimaanpassung durchführen? Die Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger sind dabei besonders wertvoll. Schließlich wissen diese aus ihrem Alltag am besten, an welchen Orten die Auswirkungen des Klimawandels bereits heute spürbar sind.
Besonders häufig äußerten Bürgerinnen und Bürger den Wunsch nach mehr Begrünung und schattenspendenden Bäumen im Stadtgebiet, und das insbesondere an vielfrequentierten Orten, Sitzbänken und Haltestellen. Dabei wurden auch zahlreiche konkrete Vorschläge geäußert, so zum Beispiel die Entsiegelung von Parkplätzen zugunsten von Bäumen an vielfrequentierten Straßen. Auch das Thema kühle Orte für Kinder beschäftigt die Menschen: viele wünschten sich mehr Schatten auf Spielplätzen und sorgen sich um die Hitze in den Innenräumen von Schulen und Kitas.
Darüber hinaus, so Klimaanpassungsmanager Thomas Knuf, gingen etliche Hinweise bezüglich Problemzonen bei Starkregen ein. Vorgeschlagene Maßnahmen waren beispielsweise eine Ausweitung von naturnahen Versickerungsflächen, welche die Kanalisation im Starkregenfall entlasten können.
Die Umsetzung möglicher Maßnahmen war das große Thema bei einem Workshop Anfang Oktober, als Vertreter der Stadtverwaltung, Mitglieder des Gemeinderats sowie weitere städtische Akteure, beispielsweise aus dem TRUZ, der Landwirtschaft, der IG Velo oder der Wohnungslosenhilfe Lörrach zusammenkamen.
Das Büro berchtold&krass, das mit der Erstellung des Klimaanpassungskonzeptes beauftragt wurde, stellte die bisherige Analyse der Betroffenheit von Weil am Rhein durch den Klimawandel vor. Darüber hinaus wurden auch die Ergebnisse der Bürgerbefragung vorgestellt.
In verschiedenen Untergruppen diskutierten die Teilnehmenden, welche Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in Weil am Rhein eine besonders hohe Priorität genießen sollten und wo die Stadt in Zukunft verstärkt handeln müsse. Dabei ging es auch um Hürden bei der Umsetzung und wie trotz der angespannten finanziellen Haushaltslage in Zukunft beim Thema Klimaanpassung Tempo gemacht werden könne.
Die Ergebnisse werden nun gemeinsam vom Planungsbüro berchtold&krass und der Stadtverwaltung ausgewertet und im Klimaanpassungskonzept verankert, welches noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll.
Thomas Knuf zeigt sich optimistisch: „In den vergangenen Jahren wurden bereits viele wichtige Prozesse angestoßen. Dennoch bringt der Klimawandel zahlreiche neue Herausforderungen mit sich, auf die wir uns langfristig einstellen müssen, wie wir im Hitzesommer deutlich sehen konnten. Entscheidend ist nun, die bestehenden Maßnahmen über alle Themenfelder hinweg weiterzudenken und engagiert umzusetzen, damit Weil am Rhein auch in Zukunft resilient und lebenswert bleibt.“
