Kein Transportverbot für Grünabfälle mehr

Japankäfer im Landkreis Lörrach: Kein Hinweis auf Population bis zum Ende der Flugzeit

Japankäfer Foto: Zimmermann/LTZ

Im Jahr 2026 wurden in den angrenzenden Schweizer Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft sowie in Freiburg Exemplare des Japankäfers gefunden. Im Landkreis Lörrach wurde in diesem Jahr lediglich ein Exemplar direkt an der Autobahn in einer Lockstoff-Falle entdeckt und als sogenannter „Hitchhiker“ oder „Blinder Passagier“ eingestuft. Eine Population der invasiven Art, so teilt der Landkreis in einer Medienmitteilung mit, konnte im Landkreis Lörrach nicht nachgewiesen werden.

Im Herbst endet die Flugzeit des Japankäfers, der vorwiegend zwischen Juni und August unterwegs ist. Für eine generelle Entwarnung im Landkreis ist es dennoch zu früh. Denn Eier und Larven (Engerlinge) des Japankäfers können je nach Temperatur und Witterungsverhältnissen bis zu zwei Jahre im Erdboden überwintern. Aus diesem Grund gelten die Maßnahmen zur Bekämpfung des Käfers mindestens drei Jahre seit dem letzten Käfernachweis.

Bis zum erneuten Beginn der Flugzeit können nun wieder bis 31. Mai Grünabfälle wie gewohnt aus den Befalls- und Pufferzonen herausgebracht werden. Auf den Grünabfall-Annahmeplätzen in Weil-Haltingen, Lörrach-Salzert und Inzlingen gelten seit dem 1. Oktober die alten Annahmezeiten und üblichen Annahmemengen. Die eigens eingerichteten Häckselplätze in Grenzach-Wyhlen (Degussaweg und Im Rippel) sind geschlossen und werden zum kommenden Juni erneut eröffnet.

Wegen möglicher Eier und Engerlinge im Boden ist es ganzjährig verboten, Erdmaterial vom Oberboden bis 30 Zentimeter Tiefe aus den definierten Befalls- und Pufferzonen herauszutransportieren. Ausnahmegenehmigungen können vom Fachbereich Landwirtschaft & Naturschutz beim Landratsamt Lörrach unter bestimmten Voraussetzungen erteilt werden. Das Monitoring des Käfers wird im nächsten Sommer im Landkreis Lörrach fortgesetzt.


Hintergrundinformationen
Der Käfer hat Ähnlichkeit mit seinen heimischen Verwandten, den Mai-, Juni- und Gartenlaubkäfern, ist aber mit nur sieben bis elf Millimeter Länge deutlich kleiner als diese. Die erwachsenen Käfer fressen an Blättern, Blüten und Früchten von über 300 verschiedenen Pflanzenarten, darunter Zier-, Obst- und Kulturpflanzen. An den Pflanzen bleiben oft nur die Gerippe der Blätter zurück. Betroffen sind unter anderem Beeren, Obstbäume, Weinreben und Mais, aber auch Rosen und Bäume wie Ahorn, Buche oder Eiche. Durch den Fraß werden die Pflanzen stark geschwächt oder sterben ab.

Die Larven des Japankäfers schädigen vor allem Wiesen und Rasenflächen durch Wurzelfraß. Für Menschen und Tiere ist der Schädling aber ungefährlich. Der Japankäfer gilt sowohl in der Europäischen Union als auch in der Schweiz als Quarantäneschädling. Seine Etablierung und Ausbreitung sollen mit allen rechtlich möglichen Mitteln verhindert werden.


Weitere Informationen zum Japankäfer sind unter www.loerrach-landkreis.de/japankaefer abrufbar. Dort ist auch die aktuell gültige Allgemeinverfügung zur Bekämpfung des Japankäfers verlinkt.