Dort präsent sein, wo Themen entstehen
Die Bürgersprechstunde von Oberbürgermeisterin Diana Stöcker wird künftig nicht mehr im bisherigen Format fortgeführt. Über viele Jahre hinweg war sie eine Tradition, die von der Oberbürgermeisterin nach ihrem Amtsantritt von ihrem Amtsvorgänger übernommen wurde. Nach zwei Jahren zieht die Stadtverwaltung nun eine Bilanz – und diese zeigt, dass das bisherige Format seine Wirkung zunehmend verfehlt.
Warum das alte Format endet?
Wiederkehrende Themen — Rund 80 Prozent der Themen betrafen Müll, Verschmutzungen oder kleinere Schäden im öffentlichen Raum.
Anliegen außerhalb der Zuständigkeit — Viele Gespräche drehten sich um Themen, die nicht in die Zuständigkeit der Stadtverwaltung fallen und bei denen nicht geholfen werden kann.
Begrenzte Gesprächszeit — Pro Person standen durchschnittlich nur sieben bis zehn Minuten zur Verfügung, zu wenig für komplexe Anliegen.
Hoher Aufwand — Personalbindung für Protokollführung und Nachbereitung jedes Gesprächs standen nicht im Verhältnis zum Nutzen.
Zudem wurde leider beobachtet, dass einzelne Besucherinnen und Besucher zunehmend aggressiv auftraten, was die Gesprächssituation zusätzlich belastete.
Oberbürgermeisterin Diana Stöcker betont, dass ihr der direkte Austausch mit den Einwohnerinnen und Einwohnern weiterhin sehr wichtig ist. Sie ist regelmäßig bei Vereinen, Veranstaltungen und Anlässen in der Stadt präsent und dort stets im intensiven Gespräch.
Darüber hinaus werden derzeit auch andere Formate für den Austausch geprüft, außerhalb der recht starren Struktur der Bürgersprechstunde. Zudem ist sie wie bisher auch über das Büro der Oberbürgermeisterin erreichbar.
Für viele Anliegen, die in der Bürgersprechstunde vorgetragen wurden, gibt es Wege, die meist schneller zum einem Ergebnis führen als ein Termin in der nächsten Sprechstunde.
Anliegen insbesondere zu Müll, Verschmutzungen oder Schäden können schnell und unkompliziert über die Schadensmelder‑Funktion der Stadt bearbeitet werden.
Für weitere Fragen sind die Mitarbeitenden der zuständigen Fachabteilungen die direkten Ansprechpartner. Sie kennen die Vorgänge und haben die erforderlichen Unterlagen vorliegen.
Diana Stöcker: „Die Bürgersprechstunde war für mich immer eine wertvolle Gelegenheit, direkt mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Nach zwei Jahren im Amt sehe ich jedoch klar, dass das bisherige Format seinen Zweck nicht mehr erfüllt. Viele Anliegen lassen sich heute schneller und unkomplizierter über digitale Wege lösen, und für komplexe Themen braucht es mehr Zeit, als eine kurze Sprechstunde bieten kann. Der direkte Austausch wird mir aber immer wichtig sein. Daher bin ich auch künftig bei vielen Anlässen präsent und im Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern.“
