"Das Thema betrifft uns alle"

Thomas Knuf ist neuer Klimaanpassungsmanager der Stadt Weil am Rhein

„Wir befassen uns hier täglich mit einem Thema, das uns alle direkt betrifft“: Thomas Knuf ist seit dem 1. August als Klimaanpassungsmanager im Rathaus tätig. Foto: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Bähr

Seit 1. August ist Thomas Knuf als Klimaanpassungsmanager im Rathaus tätig. Genauer gesagt im Stadtbauamt. Mitten im Sommer kam der 31-Jährige in die 3-Länder-Stadt und erlebte gleich hautnah die hohen Temperaturen mit. „Der Hitzesommer hat gezeigt, wie wir in unserem Alltag schon jetzt die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen“, sagt der gebürtige Kasseler.
 
„Dieses Thema wird uns Jahre und Jahrzehnte beschäftigen. Es braucht ein Umdenken und neue Lösungen, wie man die Stadt auch für die Zukunft resilient und lebenswert gestalten kann“. Und Knuf widmete sich direkt dem Klimaanpassungskonzept, welches noch Ende diesen Jahres vorgestellt werden soll.
 
Die Arbeit im Rathaus bereitet ihm große Freude. Nach seiner Tätigkeit im Landesamt für Natur, Umwelt und Klimaschutz Nordrhein-Westfalen freut er sich, nun auf lokaler Ebene aktiv sein zu können: „Die Tätigkeit ist schön, weil man den Alltag der Menschen vor Ort positiv mitgestalten kann. Es geht darum, mit unterschiedlichen Maßnahmen die Lebensqualität in der Stadt zu erhöhen, wenn der Klimawandel hier vor Ort verstärkt zu Hitze, Dürren oder Starkregenereignissen führt“, erklärt Knuf, der in seiner Freizeit gerne Akkordeon und Klavier spielt.
 
Der Schutz des Klimas beschäftigt Knuf schon lange. Das Thema begleitete ihn durch das Studium der Politikwissenschaft in Bremen und Freiburg, wo sich der 31-Jährige intensiv mit Klimapolitik und nachhaltiger Stadtentwicklung auseinandersetzte.
 
Zur Erarbeitung geeigneter Maßnahmen war es ihm zunächst sehr wichtig, die Meinung der Bürgerinnen und Bürger zu hören. Im Rahmen einer Onlinebefragung wollte er wissen: „Wo drückt den Weilerinnen und Weilern der Schuh? Welche Maßnahmen braucht es, um Weil am Rhein und seine Bürgerinnen und Bürger vor steigenden Temperaturen, längeren Trockenperioden und häufiger auftretenden Extremwetterereignisse wie Starkregen zu schützen?“
 
Fast 300 Weilerinnen und Weiler machten mit und zeigten, dass das Thema aktuell viele umtreibt. „So können wir unsere Maßnahmen sinnvoll ausrichten und besonders dort tätig werden, wo es die Bürgerinnen und Bürger täglich betrifft.“ Die Ergebnisse werden nun gemeinsam vom Planungsbüro berchtold&krass und der Stadtverwaltung ausgewertet und im Klimaanpassungskonzept verankert.
 
Parallel dazu begleitet Knuf weitere Projekte. So möchte er demnächst eine Karte mit kühlen Orten in der 3-Länder-Stadt gestalten. Aber auch die aktive Kommunikation während der Sommerhitze, beispielsweise zum Schutz der Gesundheit von Kleinkindern und älteren Menschen möchte Knuf mit verschiedenen Aktionen stärken. „Da habe ich Ideen.“
 
Im Blick haben er und seine Kolleginnen und Kollegen auch die Aufenthaltsqualität an so genannten Hotspots. Dabei gelte es vernünftige Strategien zu entwickeln, diese sinnvoll zu präzisieren und in Einklang mit den finanziellen Möglichkeiten weiterzuentwickeln. „Das wird sicherlich eine herausfordernde Aufgabe, der wir uns aber stellen wollen und müssen“, so Knuf, der gerne Zeit in der Natur verbringt und mit dem Rad die Gegend erkundet.
 
Das nächste größere Projekt, das von der Verwaltung angegangen wird, ist die Umgestaltung des Rathausplatzes. Mit großen Bäumen, aufgelockerten Flächen und Staudenbeeten soll er zum Verweilen einladen. „Ich freue mich, dass mit der Neugestaltung des Rathausplatzes ein Projekt angegangen wird, das vielen Bürgerinnen und Bürgern sehr am Herzen liegt.“ Im Mittelpunkt der Planung hätte für seine Kolleginnen und Kollegen die Frage gestanden, wie man den Platz klimaangepasst gestalten könne. „Trotz der hohen Anforderungen an die Nutzung durch den Wochenmarkt und das 3-Länder-Stadt Festival konnte hier eine überzeugende Planung entwickelt werden“ zeigt sich Knuf zuversichtlich.
 
Der Klimaanpassungsmanager freut sich über den spannenden Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen der verschiedenen Fachabteilungen und den Menschen der Stadt. „Ich finde, meine Aufgabe ist sehr sinnstiftend. Wir befassen uns hier täglich mit einem Thema, das uns alle direkt betrifft.“