Vergangenheit und Zukunft

Führung mit Joachim Kempf am Sonntag, 15 Uhr, durch das Museum Weiler Textilgeschichte

Ein Blick in die Sonderausstellung „Koffer, Kleider, Kuriositäten". Foto: Hanspeter Weiß

Joachim Kempf führt am Sonntag, 4. Oktober, um 15 Uhr durch das Museum Weiler Textilgeschichte und über das Areal der ehemaligen Seidenweberei Robert Schwarzenbach.

Mit der Niederlassung eines ersten Färbereikonsortiums um 1880 begann die Geschichte der Weiler Textilindustrie. Neben der Färberei und Appretur Schusterinsel ließen sich auch die Färberei Schetty, die Seidenweberei Schwarzenbach und die Gebr. Bochmann nieder. Die Textilindustrie prägte den Stadtteil nicht nur baulich, sondern war als größter Arbeitgeber in der Bevölkerung fest verankert.

Mit der Krise dieses Industriezweigs in den 1970er Jahren endete jedoch auch die Weiler Textilproduktion. Das Museum ist in den ehemaligen Werkstatträumen der Seidenstoffweberei Robert Schwarzenbach beheimatet. Luftbildaufnahmen führen die Ausmaße des ehemals blühenden Industriezweigs vor Augen. Historische Maschinen, Werkzeuge, Musterbücher, Webschützen, Garnspulen, Lochkarten und Musterzeichnungen spiegeln die textile Arbeitswelt wider.

Im Anschluss können die Besucher noch die Sonderausstellung „Koffer, Kleider, Kuriositäten“ besuchen. Präsentiert werden künstlerische Arbeiten der Schülerinnen und Schüler des Kant-Gymnasiums zu den Themen Unterwegssein, Zuhause und Zukunft. Die Werke entstanden im Kunstunterricht bei Anne-Katrin Koberg und Simone Häfele. Seit sechs Jahren arbeiten das Kant-Gymnasium und die städtischen Museen regelmäßig in gemeinsamen Projekten zusammen.

In individuell gestalteten Koffern eröffnen sich Miniaturwelten, die persönliche Geschichten, Fundstücke und Fantasien sichtbar machen. Die Koffer werden zu Zeitkapseln, gefüllt mit Erinnerungen, Sehnsüchten und Zukunftsentwürfen. Ergänzt werden sie durch Kleidungsstücke, die im Kunstunterricht entworfen und umgesetzt wurden. Sie übersetzen die Themen der Ausstellung in tragbare Visionen und setzen sich mit Identität und Veränderung auseinander.

Mode wird dabei zum Ausdruck von Zugehörigkeit, Abgrenzung und Selbstinszenierung. Sie greift kulturelle Einflüsse und persönliche Erfahrungen ebenso auf wie die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Fotoinszenierungen, die in Weil am Rhein entstanden sind, setzen die Kleidungsstücke zusätzlich in Szene. Sie greifen Aspekte wie Bewegung, Veränderung und Übergänge auf und thematisieren das Spannungsfeld zwischen Verortung und Mobilität, zwischen Zuhause und Unterwegssein.

Die Ausstellung ist Teil des grenzüberschreitenden Netzwerkprojekts „zuhause & unterwegs – ici et ailleurs“. Rund 30 Museen aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz beteiligen sich daran und zeigen zwischen Juni 2026 und Sommer 2027 unterschiedliche Ausstellungen zum gemeinsamen Thema.