Kleine Wasserstellen, große Auswirkung
Die Koffer sind gepackt, die Vorfreude auf den Sommerurlaub ist riesig. Damit auch die Zeit nach der Rückkehr nicht zu einem echten Flop wird, sollte noch vor der Abreise gehandelt werden. Sommerzeit ist nämlich auch Tigermückenzeit. Mit wenigen Handgriffen kann der Garten zur mückenfreien Zone werden. Wichtig zu wissen: Ein Fingerhut voll Wasser genügt oft schon, damit sich Larven entwickeln können.
Ein vergessener Blumentopf-Untersetzer oder eine mit Regenwasser gefüllte Gießkanne reichen schon aus, damit sich während des Urlaubs zahlreiche neue Mücken entwickeln. Kleinste Wasseransammlungen nutzt die Asiatische Tigermücke, um ihre Eier abzulegen.
Sie ist erstaunlich genügsam. Anders als viele heimische Mücken benötigt sie weder Teiche noch große Gewässer. Besonders in den warmen Sommermonaten können sich deshalb neue Generationen innerhalb kurzer Zeit entwickeln. Deshalb gilt: Vor einer längeren Urlaubsreise sollte der Garten gründlich gecheckt werden.
„Die Bürgerinnen und Bürger müssen die Bekämpfungsmaßnahmen selbst durchführen.
Viele gehen davon aus, dass das Helferteam die Bekämpfung übernimmt. Tatsächlich ist die Aufgabe der Tigermückenhelfer aber das Beraten und Unterstützen“, macht Laura Seewald deutlich, die bei der Stadtverwaltung für die Bekämpfung der Tigermücke zuständig ist. Die Helferinnen und Helfer sind auch dieses Jahr wieder im Stadtgebiet und den Ortsteilen unterwegs.
Die wichtigsten Maßnahmen vor dem Urlaub sind:
- Regentonnen und Wasserbehälter dicht verschließen oder mit engmaschigen Netzen sichern
- B.t.i.-Tablette in stehendes Wasser geben, in dem sich Mücken vermehren können, beispielsweise in Regentonnen, Gullys, Blumenuntersetzer oder andere Wasserbehälter, die sich nicht entleeren lassen. Die Tablette löst sich selbst auf und tötet die Mückenlarven ab, bevor sie zu flugfähigen Mücken werden.
- Blumentopf-Untersetzer, Eimer, Gießkannen und andere Gefäße vollständig entleeren und trocken lagern
- Vogeltränken und Planschbecken leeren oder regelmäßig reinigen
- Dachrinnen, Wasserabläufe und Siphons auf stehendes Wasser kontrollieren und gegebenenfalls entfernen und mit Netzen versehen
- Alte Reifen, Planen oder Folien so lagern, dass sich kein Regenwasser sammeln kann
- Nicht benötigte Gefäße umdrehen oder unterstellen
- Öffnung des Sonnenschirmständers abdecken oder mit Sand auffüllen
„Die Bekämpfung der Tigermücke gelingt nur gemeinsam. Da die Plagegeister meist nur kurze Strecken fliegen, hat jede beseitigte Brutstätte unmittelbare Auswirkungen auf die Nachbarschaft“, erklärt Seewald. Wer Brutstätten beseitige, schütze nicht nur sich selbst, sondern trage auch dazu bei, die Ausbreitung der Tigermücke einzudämmen.
„Wer vor dem Urlaub sorgfältig den Garten kontrolliert und auch während des Sommers regelmäßig Wasseransammlungen entfernt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz“, hält Seewald fest. Schon wenige Minuten Gartenpflege könnten nämlich verhindern, dass sich aus einem einzelnen Wasserbehälter innerhalb weniger Wochen zahlreiche neue Mücken entwickeln. Nur so verliert sie ihre Brutplätze und damit auch die Chance, sich auszubreiten.
Die Asiatische Tigermücke ist nicht nur ein nerviger Sommergast, sie kann verschiedene Krankheitserreger übertragen, darunter Viren, die unter anderem Dengue-, Chikungunya- oder Zika-Fieber verursachen können. Mit der zunehmenden Ausbreitung der Tigermücke steigt das Risiko, dass Krankheitserreger auch hier übertragen werden können. „Wenn eine Tigermücke einen erkrankten Reiserückkehrer sticht, kann sie das Virus weitergeben – auch bei uns“, sagt Seewald und rät im Urlaub und 14 Tage nach Reiserückkehr Mückenschutz (Spray) zu verwenden, um nicht gestochen zu werden.
Hinzu kommt, dass die Tigermücke ausgesprochen aggressiv ist und vor allem tagsüber zusticht. Ihre Stiche werden häufig als besonders schmerzhaft empfunden und können starke Hautreaktionen wie Schwellungen, Rötungen und Juckreiz auslösen.
Die Stadtverwaltung bittet die Bürgerinnen und Bürger darum, Tigermückenfunde bitte unbedingt per E-Mail unter tigermuecke@weil-am-rhein.de zu melden. Sollte Hilfe bei der Bekämpfung benötigt werden, können sich die Weilerinnen und Weiler ebenfalls unter dieser E-Mail-Adresse direkt bei der Tigermückenbekämpfung im Rathaus (Telefon: 07621/704-317).
Weitere Informationen gibt es auch auf der Homepage der Stadt Weil am Rhein unter www.weil-am-rhein.de.
