Zwischen Imagination und belegbaren Fakten

Regionale 23 im Stapflehus: Gruppenausstellung Mapping zeigt Werke zum Thema Kartierung

Tusche auf Gaze von Naomi Middelmann. Bildquelle: Middelmann

Die Städtische Galerie Stapflehus beteiligt sich seit vielen Jahren an der immer zum Jahresende stattfindenden überregionalen Ausstellungsreihe Regionale. Dabei handelt es sich um eine grenzüberschreitende Kooperation von 18 Institutionen in Deutschland, Frankreich und der Schweiz mit dem Fokus auf lokale, zeitgenössische Kunstproduktion in der Drei-Länder-Region am Oberrhein.

Für das Kulturamt und den Kunstverein der 3-Länder-Stadt hat in diesem Jahr Martin Hartung eine Ausstellung für die Regionale unter dem Titel Mapping kuratiert. Diese wird am 26. November um 15 Uhr im Stapflehus eröffnet. Sie ist dort bis zum 8. Januar 2023 zu sehen.

Hartung führt mit Mapping künstlerische Positionen zusammen, denen verschiedene Formen der Kartierung zugrunde liegen, die aber mit allgemeinen Vorstellungen von Karten als neutralen und standardisierten Hilfsmitteln zur Messung der Realität brechen. Stattdessen kommen subjektive Ansätze und kritische Verfahren zum Einsatz. Erstmals in Deutschland ausgestellt werden Kartenbilder des in Basel tätigen Malers Uwe Walther, die überwiegend auf Schweizer Landkarten entstehen. Ihre Grundlage bilden die in den Karten bereitgestellten Informationen, wobei der Künstler diese weiter denkt und damit fiktive Landschaften zwischen Imagination und belegbaren Fakten schafft. 

Daneben thematisieren die Ausstellenden weitere Aspekte von Kartierungen, die an die Vorstellungskraft adressiert sind, die aber auch technische, historische, politische, ökonomische und ökologische Sachverhalte aufgreifen. Präsentiert werden Kunstwerke in den verschiedensten Medien des südbadischen Malers Peter Bosshart, der Karlsruher Fotografin Gabriele Engelhardt und des im Markgräflerland tätigen Konzeptkünstlers Florian Mehnert.

Ebenfalls ausgestellt werden Grafiken der in Burg im Leimental und Basel arbeitenden Künstlerin Christine Fausten sowie die recherchebasierte Praxis von Natalia Schmidt, die den ethischen Wert des Bildes ins Zentrum eines erweiterten Fotografiebegriffs stellt. Eine komplexe Multimedia-Installation der Künstlerin befasst sich mit der kolonialen und neokolonialen Logik des politisch legitimierten Waffenhandels in Süddeutschland seit 1904.

Im Zweiten Obergeschoss des Stapflehus präsentiert Naomi Middelmann aus Lausanne in einer raumgreifenden Installation ihre langjährigen Beschäftigungen mit dem Mapping von Erinnerungen, die sich einer exakten Kartierung widersetzen.

Die Städtische Galerie Stapflehus war 1999, dem Jahr der Gründung der trinationalen Ausstellungsreihe, die erste Galerie außerhalb der Schweiz, die sich daran beteiligte. Organisiert vom Städtischen Kulturamt, mit Unterstützung des Weiler Kunstvereins, werden seither jährlich Sonderausstellungen im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens veranstaltet. Aus den über 630 Einreichungen stellen diesjährig insgesamt 194 internationale Kunstschaffende in den teilnehmenden Institutionen der drei Länder aus.


Wo: 
Städtische Galerie Stapflehus
Bläsiring 10
79576 Weil am Rhein

Wann: 
26. November bis 8. Januar
Sa.: 15 - 18 Uhr
Sonn-/Feiertag: 14 - 18 Uhr
Schließtage: 25.12. und 31.12.2022 

Rahmenprogramm:
Am Sonntag, 4. Dezember, findet um 16.30 Uhr im Stapflehus eine Kuratorenführung im Rahmen der Regionale-Bustour statt. Mehr Informationen zu Bustour unter https://regionale.org/bustouren/.


Weitere Infos im Internet unter www.stapflehus.de / www.kunstverein-weil.de / www.regionale.org