Neustrukturierung der Tourist-Information

Die Weil am Rhein Wirtschaft und Tourismus GmbH (WWT) reagiert auf die Veränderungen im Tourismusmarkt, die sich bereits vor Corona-Zeiten mehr und mehr abgezeichnet haben. Das Tochterunternehmen der Stadt wird sich intern neu aufstellen und in diesem Zuge die Touristeninformation in der Hauptstraße voraussichtlich bis zum Jahresende für den Publikumsverkehr schließen. Die WWT wird ihr Angebot für Besucherinnen und Besucher der Stadt jedoch über das Internet aufrechterhalten und für telefonische Beratung oder den Versand von Informationsmaterial weiterhin zur Verfügung stehen.

"Dieser Schritt ist nur konsequent. Wir können nicht hinter den Entwicklungen der Zeit stehen bleiben. Der typische Tagestourist wird selbständiger und organisiert sich mit Hilfe der digitalen Medien zunehmend selbst", betont Geschäftsführer Peter Krause. "Der Corona-Lockdown war nur noch das Zünglein an der Waage", so Krause. Die Touristinformation ist seit dem Corona-Lockdown geschlossen. Es ist nicht davon auszugehen, dass das Büro vor der endgültigen Schließung und Räumung nochmals geöffnet sein wird. Die Räumlichkeiten sollen anschließend vermietet werden.
 
Das "Backoffice" der Mitarbeitenden wird zukünftig in den Räumlichkeiten der WWT in der Schillerstraße eingerichtet sein. Denn auch wenn die Aufgaben komprimiert werden, Arbeit gibt es für den Bereich der Tourismusförderung jedoch nach wie vor genug: Da Printprodukte immer noch gefragt sind, entwickelt die Tourist-Information regelmäßig einen Image- und Verkaufskatalog sowie verschiedene Themenprospekte. Im Außenbereich der Tourist-Information hat die WWT vor einigen Jahren eine Prospekthalterung anbringen lassen, die stets mit aktuellen Prospekten und Themenflyern bestückt ist. So kann der Gast jederzeit, auch außerhalb der Öffnungszeiten der Tourist-Information, auf touristische Informationen im Print-Format zugreifen. Die Unterlagen werden auf Anfrage auch verschickt. Für die Zukunft ist geplant, im Stadtzentrum einen Info-Point zu errichten, der die Besucher über die touristischen Besonderheiten informiert.
 
Die WWT hat wichtige Produkte längst digital platziert
 
Auf der Internetseite der WWT sowie auf verschiedenen touristischen Plattformen werden die touristischen Informationen regelmäßig aktualisiert. In die Datenbank von Schwarzwald Tourismus werden beispielsweise Unterkünfte, Gastronomie, Sehenswürdigkeiten, Stadtrundgänge, Veranstaltungen sowie auf einem Tourenportal Rad- und Wandertouren eingegeben. Das Tourenportal wurde 2019 mit der WWT-Internetseite verlinkt. Der Nutzer kann hier sowohl im Internet als auch auf der Schwarzwald App auf vorhandene Touren zugreifen oder individuelle Touren planen. Damit dies in der Praxis gut funktioniert, beteiligt sich die WWT seit drei Jahren am freien WLan, so dass touristische Infos jederzeit auch direkt vor Ort abgerufen werden können.
 
Mit dem Ziel einer stärkeren Online-Präsenz und Buchungsmöglichkeit für die örtlichen Beherbergungsbetriebe ist die WWT 2019 eine Kooperation mit der LOHOSPO GmbH eingegangen. Seit März 2020 ist auf der WWT-Homepage ein neues Gastgeberportal mit Online-Buchungsmöglichkeit aktiv. Das neue Portal ist Ausgangsbasis für die Präsenz auf weiteren namhaften Buchungsportalen des Vermarktungsnetzwerks von Lohospo, z.B. booking.com.
 
Wie hat sich der Tourismusmarkt verändert?
 
Die Tourismusbranche hat sich mit der zunehmenden Digitalisierung längst verändert. Reisende wählen ihre Ziele vermehrt über das Internet aus, Buchungen von Unterkünften und zusätzlichen Reiseleistungen werden direkt gebucht. Der Großteil an Besucherinnen und Besuchern in Weil am Rhein arbeitet mit digitalen Medien und organisiert sich selbst. Dies entspricht einem Trend, den auch eine Online-Studie von ARD und ZDF von 2018 bestätigt sowie die Analyse des Weiler Gästeaufkommens einer DHBW-Studentin von 2016. Hierzu passt auch die Entwicklung, dass Besuche von Gästen der Stadt in der Tourist-Information mit Beratungsanliegen insgesamt deutlich abgenommen haben. Stattdessen kamen seit geraumer Zeit vermehrt Bürgerinnen und Bürger und andere Besucher, die eher allgemeine Fragen an die Mitarbeiterinnen haben und nicht das Kerngeschäft der Tourismusförderung betreffen.