Feuerwehrbedarfsplan der Stadt Weil am Rhein: Weichenstellungen für die Zukunft der Feuerwehr

Ergebnisse aus Analyse zeigen Handlungsbedarf für Weil am Rhein auf / Stadt will gemeinsam mit Freiwilliger Feuerwehr und externem Gutachter Konzept erarbeiten

Bei der Fortschreibung des Bedarfsplans für die Feuerwehr in Weil am Rhein wurde ein weiterer wichtiger Zwischenschritt gemacht. Nachdem sich bereits die Führungskräfte der Feuerwehr mit dem Bedarfsplan auseinandergesetzt haben, wurden nun auch die weiteren aktiven Angehörigen der Wehr über den Feuerwehrbedarfsplan informiert.
"Der Feuerwehrbedarfsplan ist die Grundlage für die Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Feuerwehr" erklärt Frank Sommerhalter, Kommandant der Weiler Wehr. "Es ist gesetzliche Aufgabe jeder Gemeinde in Baden-Württemberg, eine ihren örtlichen Verhältnissen entsprechende leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen. Dazu gehört eine regelmäßige Beurteilung und Prüfung des Verbesserungsbedarfs. Uns ist es wichtig, bei diesem Prozess die ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen mitzunehmen und mit ihnen Vorschläge zu erarbeiten." Diese werden in den Bedarfsplan integriert, der dem Gemeinderat voraussichtlich kommenden Herbst vorgelegt wird.
 
Damit die Leistungsfähigkeit der freiwilligen Feuerwehr erhöht und in Zukunft auch erhalten werden kann, müssen einige Punkte bearbeitet und optimiert werden. Der größte Handlungsbedarf besteht bei den Gerätehäusern der Abteilungen Märkt, Haltingen und Ötlingen. Die Erkenntnisse der Analyse haben ergeben, dass nicht alle aktuell gültigen Unfallverhütungsvorschriften an diesen Standorten eingehalten werden. Zumindest für Märkt überraschen diese Aussagen nicht. Denkbare Lösungsansätze müssen jetzt mit allen Beteiligten diskutiert und ausgearbeitet werden.
 
Aufgrund der hohen Einsatzzahlen von durchschnittlich mehr als 300 Einsätzen pro Jahr ist auch die Entlastung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte zumindest tagsüber ein Thema, das erörtert werden muss. Beispielsweise wird es darum gehen, wie durch hauptamtliche Kräfte Aufgaben übernommen werden können, die derzeit noch von Ehrenamtlichen gestemmt werden. Zu denken ist dabei an die Übernahme von Kleineinsätzen und weiterer Aufgaben wie zum Beispiel die technische Instandhaltung des Inventars der Feuerwehr oder die Vorbereitung von Feuerwehrübungen.
 
Weiterhin ist es aber auch wichtig, die bereits in der Feuerwehr engagierten Kameradinnen und Kameraden zu halten und weitere Bürgerinnen und Bürger für das anspruchsvolle Ehrenamt Feuerwehr zu gewinnen. Geprüft werden sollen daher weitere Möglichkeiten der Förderung und Anerkennung des Ehrenamts bei der Freiwilligen Feuerwehr. Gerade der Erhalt des Mitgliederstandes der Freiwilligen Feuerwehr ist zwingend für den Erhalt der Leistungsfähigkeit der Freiwilligen Feuerwehr notwendig.
 
Bereits jetzt kann gesagt werden, dass es bei der technischen Ausstattung der Wehr, zum Beispiel bei den Fahrzeugen, auch in Zukunft keine großen Veränderungen geben wird. Die vorhandenen Konzepte, namentlich das vom Gemeinderat beschlossene Fahrzeugkonzept, wurden vom Gutachter überprüft und als gut und ausreichend bestätigt. Sie sollen in Zukunft fortgeschrieben und bei Veränderungen der technischen Vorgaben angepasst werden.
 
Auch bei der Aus- und Fortbildung der Wehrangehörigen gibt es keinen akuten Handlungsbedarf. Die bisherigen Konzepte funktionieren und sollen beibehalten werden. Sie müssen jedoch regelmäßig auf ihre Aktualität überprüft werden und die ehrenamtlichen Ausbilder sollen bei der Vorbereitung der Ausbildung von hauptamtlichem Personal unterstützt werden.