Coronavirus: Stadt unterzieht derzeitige Veranstaltungen mit mehr als 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern einer Risikobewertung

Nach der jüngsten Empfehlung der Gesundheitsverwaltung beim Landratsamt Lörrach über Maßnahmen zur Eindämmung der weiteren Verbreitung des Coronavirus hat die Stadtverwaltung sämtliche ihr bekannten Veranstaltungen der nächsten Zeit einer genauen Risikobewertung unterzogen.

Die gestern vom Landratsamt angesetzte Höchstzahl von mehr als 200 Personen für Veranstaltungen, die einer Risikoanalyse zu unterziehen sind, betrifft zunächst das Fasnachtsfeuer am Sonntag sowie das Wirtschaftstreffen und die Sportlerehrung in der kommenden Woche. Die Kriterien der Risikobewertung unterscheiden unter anderem zwischen Veranstaltungen unter freiem Himmel und in Gebäuden. Dieser Vorgabe folgend ist die Veranstaltung des Fasnachtsfeuers, zu dem erfahrungsgemäß mehr als 200 Besucherinnen und Besucher kommen, zu verantworten. Für das Wirtschaftstreffen mit geladenem Gästekreis werden rund 300 Personen erwartet. Bei der Sportlerehrung, für die der Turn- und Sportring geladen hat, wird die voraussichtliche Teilnehmerzahl bei 200 liegen. Für beide Veranstaltungen hat der Krisenstab der Verwaltung beschlossen, diese unter bestimmten Vorkehrungen stattfinden zu lassen. Die Empfehlung des Landratsamts, Veranstaltungen ab 1000 Personen abzusagen, betrifft Weil am Rhein derzeit nicht, da vorerst keine Veranstaltungen dieser Größenordnung geplant sind. Für die Einhaltung der Vorgaben des Landratsamts ist die Stadtverwaltung als Ortspolizeibehörde verantwortlich. "Die Verwaltung ist sich hier ihrer Verantwortung vollumfänglich bewusst", betont Oberbürgermeister Wolfgang Dietz. 

Die Lage wird fortlaufend beobachtet  

Die Entscheidung wurde heute auf Basis des neuesten Wissensstands gefällt und kann sich je nach bundes- oder landesweiter Entwicklung auch kurzfristig ändern. Die Lage wird fortlaufend beobachtet und entsprechend neu geprüft. In die Betrachtung der derzeitigen Risikobewertung werden sämtliche der Verwaltung bekannten Veranstaltungen der kommenden 14 Tage einbezogen. Derzeit werden die Koordinatoren von Veranstaltungen mit mehr als 200 erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmern kontaktiert, um zu klären, welche Risiken jeweils bestehen, und wo entsprechender Handlungsbedarf besteht. Welche Veranstaltungen abgesagt werden müssen und für welche das Rechts- und Ordnungsamt Zulassungsbeschränkungen ausspricht, wird im Einzelfall nach Durchführung der Risikoabwägung entschieden und dem jeweiligen Veranstalter mitgeteilt. Das Recht- und Ordnungsamt hat außerdem Auflagen für bestimmte Veranstaltungen erarbeitet. Darin enthalten sind unter anderem Vorgaben zu Hygienemaßnahmen sowie deutlich sichtbare Information über die bekannten Risikogebiete.  Personen aus diesen Gebieten wird eindringlich nahegelegt, von einer Teilnahme an der Veranstaltung abzusehen.  

Die Prinzipien der empfohlenen Risikoeinschätzung 

Die Stadtverwaltung folgt bei ihrer Betrachtung der betroffenen Veranstaltungen den Prinzipien der Risikoeinschätzung und Handlungsempfehlung des Robert-Koch-Instituts. Dieses rät darin den Verantwortlichen, sorgfältig abzuwägen, da die Risiken nicht bei allen Veranstaltungen gleich groß sind. Zu den Kriterien der Abschätzung gehören neben der Anzahl von Menschen Fragen etwa zur Dichte der Ansammlung, zur Altersgruppe beziehungsweise besonders gefährdeter Personen, die Intensität der Kontakte untereinander oder die Beschaffenheit von Raumsituationen. 

Wirtschaftstreffen  

Als generelle, vorsorgliche Maßnahme für bestimmte Veranstaltungen wie etwa das anstehende Wirtschaftstreffen mit rund 300 Personen im Sitzungssaal des Rathauses, sieht die Stadtverwaltung Vorkehrungen entsprechend der Empfehlung von Gesundheitsamt und Robert-Koch-Institut vor. Die geladenen Personen werden ausdrücklich gebeten, bei Aufenthalten in den Risikogebieten in den letzten zwei Wochen sowie bei engem Kontakt in den letzten Wochen  mit Personen, die die Risikogebieten in der jüngeren Vergangenheit bereist hatten, der Veranstaltung fernzubleiben. Selbstverständlich wird auf mehrere "Hygiene-Inseln" zur Handdesinfektion im Gästebereich hingewiesen. Zudem wird auf das Anbieten von offenen Speisen beim anschließenden Empfang verzichtet. Die Raumbelüftung soll ebenfalls dabei helfen, eine Ausbreitungsgrundlage für Viren zu vermeiden.  

Neben diesen Vorkehrungen setzt die Stadtverwaltung auf die Eigenverantwortlichkeit der Bürgerinnen und Bürger hinsichtlich der Einschätzung ihres persönlichen Gesundheitszustands und des damit verbundenen Erkrankungsrisikos.