Gute Annahme bei Kindern und Jugendlichen - Haltingen unter der Lupe

Die Begeisterung unter den Kindern bricht nicht ab. In den Osterferien waren erneut 31 Kinder und Jugendliche bei herrlichem Exkursionswetter auf Streifzug durch den Stadtteil Haltingen. Michaela Rimkus und Ottmar Schmidt von der Stadtverwaltung zeigten sich sehr zufrieden. Viele der Mädchen und Jungen haben sich bei der Erkundung der Stadtteile zu echten Profis entwickelt. Einige waren bereits im Herbst und Frühjahr bei den Streifzügen durch die Stadtteile Weil-Ost und Leopoldshöhe sowie in Friedlingen dabei.

Hervorragend unterstützt wurden die Organisatoren der Streifzüge durch ein Team, dem neben drei Auszubildenden der Stadtverwaltung Weil am Rhein, ein Jugendlicher und zwei junge Erwachsene angehörten, die alle selbst ihre Kindheit und Jugend in Weil am Rhein verbrachten. Mit großer Freude begleiteten sie die Gruppen. Nicht nur für Kinder und Jugendliche sind die Workshops eine gute Möglichkeit sich mitzueilen, auch Eltern, die ihre Kinder abholten zeigen sich interessiert. Inzwischen findet diese Form, Wünsche und Kritik zu äußern, regen Zuspruch.
 
Während eines zweistündigen Fußmarsches am Vormittag inspizierten die Workshop-Teilnehmer in drei Gruppen den Stadtteil Haltingen. Mit flinken Füßen und wachen Augen zogen sie los und fanden viele Worte des Lobes, wie auch des Tadels. Die Kinder eroberten die Spielplätze und erzählten mit Freude von ihrer Freizeitgestaltung. Auch in Haltingen ärgern Schüler sich über den geschlossenen Schulhof während der Ferien und loben zugleich die umliegenden Spielräume. Nach wie vor ist das Spielen in Wiesen, Feldern und auch im Wald ein Thema. Unmut machte sich bei Kindern und Jugendlichen über den geplanten Wegfall der Brücke beim Sägischopf breit. Insbesondere Kindern aus dem Wohngebiet Bromenacker erschwere dies den Zugang zur Festhalle und den Sportanlagen.

Schülerinnen berichteten von Klassenkameraden, die die Gefahr ignorieren und die Bahntrassen queren, weil entlang der Bahnlinie Zaunanlagen fehlen oder wie bei der Festhalle heruntergetreten wurden. Nüchtern wird geschildert, welche Verkehrssituationen auf den Schulwegen zu bewältigen sind. Ein Junge führte vor, dass Kraftfahrer in der Heldelinger Straße öfter keinen Vorrang am Fußgängerüberweg gewähren. Leider klappte dies auf Anhieb - der Junge stellte sich ordnungsgemäß an den Übergang und bereits der erste LKW donnerte ungebremst daran vorbei. Solche Situationen zeigen ganz deutlich, dass der Weg zur kinderfreundlichen Kommune nicht nur seitens der städtischen Verwaltung gegangen werden kann. Eine kinderfreundliche Stadt bedarf auch der Mithilfe. Ein gutes Beispiel liefern Familien im Wohngebiet Bromenacker, wo in Eigeninitiative Schilder und "Männchen" auf den Grundstücken aufgestellt werden, die zur Rücksichtnahme und Reduzierung der Geschwindigkeit appellieren.
 
Am Nachmittag bereiteten die Junior-Experten die gesammelten Eindrücke für eine Ausstellung auf, die seit dem 29. April im Foyer des Weiler Rathaus zu sehen ist.
Einige Erkenntnisse aus den Workshops werden mit den Empfehlungen aus den Ergebnissen der Schülerbefragung vom Juli 2013 und der Standortbestimmung, noch in diesem Sommer in einen durch den Gemeinderat zu genehmigenden Aktionsplan einfließen. Dies wird auch für viele Bereiche der Verwaltung eine Herausforderung werden.
 
Es bleibt zu wünschen, dass Weil am Rhein auf diese Weise im Sinne aller noch kinderfreundlicher wird.