Persönlicher Blick auf das Wahrzeichen

Ein Wandgemälde des Weiler Künstlers Patrick Lützelschwab ziert das Foyer des Rathaus-Erweiterungsbaus

Oberbürgermeister Wolfgang Dietz (links) freut sich über das Wandgemälde, das Patrick Lützelschwab (Mitte) extra für das Foyer des Rathaus-Erweiterungsbaus erschaffen hat. Dr. Heike Piehler, Beirätin der Stiftung der Sparkasse Markgräflerland zur Förderung von Kunst und Kultur, Ulrich Feuerstein (2.v.r.), Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Markgräflerland, und Stiftungsmanager Clemens Wunderlich sind ebenfalls angetan. Bildquelle: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Bähr

Der Vorhang ist gefallen: Ein Wandgemälde des Weiler Künstlers Patrick Lützelschwab ziert seit gestern den Eingangsbereich des Rathaus-Erweiterungsbaus. Es zeigt das Wahrzeichen der Stadt, die Dreiländerbrücke, in einem Schwarzweiß-Raster, die sich quer über die Wandfläche von einem Ufer zum anderen spannt, und den Rhein aus der Vogelperspektive, wie er sich durch das Dreiländereck schlängelt.
 
Während das Kunstwerk fertiggestellt ist, ziehen sich die Arbeiten am Erweiterungsbau selbst noch etwas hin. „Es fehlen letztlich noch Kleinigkeiten, aber an denen hängt gar Vieles“, ließ Oberbürgermeister Wolfgang Dietz bei der feierlichen Enthüllung des Projekts „Kunst am Bau“ wissen.
 
 Verwaltungsgebäuden, so Dietz, sage man nach, dass sie eher „grau in grau“ daherkämen. „Das muss aber nicht so sein und soll auch nicht so sein. Ich freue mich, dass wir im künftigen Seiteneingang des Rathauses das Gegenteil belegen können.“
 
Möglich gemacht hat das Kunstwerk, dass dem Foyer den gewissen Pep verleiht, die Sparkasse Markgräflerland und ihre Stiftung zur Förderung von Kunst und Kultur. Diese hatten einen Wettbewerb ausgeschrieben, aus dem Lützelschwab unter insgesamt fünf Künstlerinnen und Künstlern als Sieger hervorging.
 
Sie alle hatten die Aufgabe bekommen, einen Kunstbeitrag zu entwickeln, der das Selbstverständnis der Stadt reflektiert, in einen Dialog mit der Architektur tritt und auf die öffentliche Nutzung des Baus und sein Publikum eingeht, wie Dr. Heike Piehler, Beirätin der Stiftung, erklärte.
 
Lützelschwab habe die Jury mit einem Motivklassiker begeistert. Die Dreiländerbrücke habe er durch seine versierte und aufwändige digitale Fotobearbeitung, durch seine besondere Rastertechnik und durch die Art des malerischen „Drucks“ stark abstrahiert, so Piehler. Das Werk sei aber keinesfalls eine „abstrakte Symbolik“, sondern der gewählte Betrachterstandort ein sehr persönlicher. „Die Details und verschiedenen Figurentypen hat er wie die Brücke fotografiert, überarbeitet und dann in sein Motiv hineinkomponiert.“
 
Das blaue Band, erklärte Piehler, welches sich über die gesamte Fläche mäandert, symbolisiere unverkennbar den Rhein, gleichsam in der Luftperspektive von oben betrachtet.
Für den Weiler Künstler selbst sei die Enthüllung seines Wandgemäldes ein sehr emotionaler Moment gewesen, ließ er wissen. „Noch nie war ich so nervös. Ich wusste, wenn das schief geht, kann ich als Weiler meine Koffer packen. Als ich mit dem Kunstwerk fertig war, fiel mir   ein Stein vom Herzen.“
 

„Als Kind saß ich immer genau an diesem Ort auf einer Treppe, ich schaute zu meinen Großvater auf die Fähre und angelte.“

Lützelschwab hat seine ganz persönliche Perspektive in dieses Werk übertragen. „Als Kind saß ich immer genau an diesem Ort auf einer Treppe, ich schaute zu meinen Großvater auf die Fähre und angelte.“ Dieser Betrachtungswinkel zeige also nicht nur die Brücke, die nach Frankreich führe, sondern sei für ihn auch die Brücke zur Kindheit.
 
Das Kunstobjekt von Patrick Lützelschwab reihe sich, so Dietz, vortrefflich in Schenkungen der Sparkasse Markgräflerland für die Stadt Weil am Rhein ein. Denn schon bei der Einweihung des Bestandsgebäudes 1962 stiftete die damalige Bezirkssparkasse Weil den Brunnen auf dem Rathausplatz, der von Rudolf Scheurer entworfen wurde.
 
Dieses Geschenk sei ein fester Bestandteil der Gesamtansicht des Rathausplatzes. Momentan indes sei er aufgrund der Zwischenlösungen mit den Containern noch überbaut. „Der Brunnen soll aber nach dem Ende der Arbeiten am Rathaus wieder in voller Pracht erscheinen und in Betrieb gehen“, kündigte Dietz an.
 
Sein Dank gelte dem Vorstand der Sparkasse und dem Beirat der Stiftung für die Möglichkeit, den wichtigen zweiten Eingangsbereich des Rathauses künstlerisch gestalten zu können. Dietz verwies auf die Tatsache, dass Sparkasse und Trägerkommune Weil am Rhein im Alltag immer wieder sehr eng zusammenarbeiten würden.
 
Diese Verbundenheit und Loyalität unterstrich Ulrich Feuerstein, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Markgräflerland. Das Wandgemälde sei ein Dankeschön und lade zum Verweilen ein. Es komme den Gästen des Rathauses wie auch den Mitarbeitenden zu Gute. „Wir sollten den Dingen, die wir besitzen dürfen, noch mehr Bewusstsein schenken“, meinte Feuerstein.
 
Gerne hätte man wie ursprünglich geplant, den Erweiterungsbau des Rathauses in diesen Tagen bezogen, um dann die zwingend erforderlichen brandschutzbedingten Arbeiten im Bestandsgebäude vorzunehmen, erklärte Oberbürgermeister Dietz. „Corona und der Krieg Russlands gegen die Ukraine haben durch viele Terminpläne jedoch einen dicken Strich gemacht. So auch bei uns“, so Dietz, der die Gäste, darunter auch die Vertreter des Gemeinderats, in einem „baulichen Zwischenstadium“ begrüßte, das aber schon sehr gut erkennen lasse, wohin die Reise gehe.

Die Enthüllung des Wandgemäldes