Ein verbindendes Element

 DreylandDichterweg: Gemeinsame Identität wird sichtbar gemacht

Oberbürgermeisterin Diana Stöcker schaut sich mit Kulturamtsleiter Peter Spörrer die neuen Stelen und die Neuanordnung der Standorte genauer an und macht klar: „Der Dichterweg ist ein wichtiges Element, um die Gemeinsamkeit im Dreiländereck noch deutlicher und sichtbarer zu machen.“ Foto: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Bähr

Drei Länder eine Sprache: Alemannisch ist der gemeinsame Nenner im Dreiländereck, sorgt für die Identität und verbindet. Alemannisch ist Heimat- und Lebensgefühl. Das wurde und wird immer wieder in den Texten vieler Autoren und Dichter aus dem Elsass, Basel und Südbaden deutlich. Sicht- und darstellbar wird das dank des „DreylandDichterwegs“.
 
Im Zuge der Umgestaltung und Erneuerung des Rheinparks in Friedlingen war die dortigen Standorte und die Tafeln überarbeitet und neu angeordnet worden. Nach dem Abschluss dieser Maßnahmen wurde jüngst die Wiedereröffnung, die von Hansjörg Renk organisiert wurde, gefeiert.

Trotz strömenden Regens waren sie gekommen. Die Dichter, aber auch viele Freunde der alemannischen Sprache. Manfred Markus Jung, Yves Bisch, Edgar Zeidler oder auch Carola Horstmann lasen in Mundart vor. Die Texte handeln oft von der Schönheit der Landschaft, aber auch von der Vergänglichkeit.
 
Der „DreylandDichterweg“ umfasst nun 27 Stationen mit Dichtern aus dem Dreiland und wurde vor vielen Jahren bereits von Freunden des Dialekts aus der Taufe gehoben. Seit der Eröffnung des grenzüberschreitenden Rheinuferwegs zwischen Basel, Huningue und Weil am Rhein im Jahr 2016 nämlich erinnern Bronzetafeln mit elsässischen, baseldeutschen und alemannischen Gedichten an die gemeinsamen Wurzeln.
 
Der Weg führt von der Basler Dreirosenbrücke über das Rheinufer in Huningue und die Dreiländerbrücke bis in den neugestalteten Rheinpark, wo die Gedichttafeln ein neues Plätzchen gefunden haben. Und auch das Design wurde verändert, es gleicht nun dem der Betonstelen und Beschriftungen auf französischer Seite.  

Die Stationen in Weil am Rhein wurden neu angeordnet. Via QR-Code lassen sich an jedem Schild dann weitere Informationen über die Webseite abrufen.
 
Wiedereröffnung

Wolfgang Dietz, bei der Wiederöffnungsfeier, noch Oberbürgermeister von Weil am Rhein, erklärte, dass die alemannische Sprache Kulturgut sei und man diese unbedingt erhalten müsse, da sie verbinde und vereine. Der DreylandDichterweg sei das Symbol hierfür.
 
Christian Keiflin, der stellvertretende Bürgermeister Hüningens, begrüßte auf Französisch die Gäste und Balz Harter, Stadthalter des Großen Rates des Kantons Basel-Stadt, richtete den Blick auf die unsichtbaren Grenzen in unserer Region. Das Merkmal für gemeinsame Gedanken und die gemeinsame Sprache. Deutlich wurde in der Bar la Huninguoise bei Gugelhupf und Gutedel aber auch, dass die gemeinsame Sprache gerade im Elsass mehr als bedroht sei.
 
Dieser Tage machte sich auch Weils neue Oberbürgermeisterin Diana Stöcker ein Bild von den neuen Stelen im Friedlinger Rheinpark. Kulturamtsleiter Peter Spörrer berichtete dabei in Kurzform über die Entstehung und Erneuerung des Dichterwegs, erklärte die Hintergründe und zeigte die verschiedenen Standorte am Rande des Rheins.
 
Für Stöcker, die künftig auch wieder als Präsidentin den Districtsrates des Trinationalen Eurodistricts Basel führt, ist der Dichterweg ein wichtiges Element, um die Gemeinsamkeit im Dreiländereck noch deutlicher und sichtbarer zu machen. Stöcker: „Die Sprache in der Region auf beiden Seiten des Rhein verbindet uns, sie bringt eine gemeinsame regionale Identität zum Ausdruck, unabhängig von Ländergrenzen. Das schafft auch ein gegenseitiges tieferes Verständnis füreinander, unabhängig von tagesaktuellen, landeseigenen Themenstellungen.“