Wir geben heute den Startschuss für ein städtisches Großprojekt von enormer Bedeutung. Die Freiwillige Feuerwehr und der städtische Betriebshof bekommen ein neues, ein gemeinsames Domizil. Mehr als vier Jahrzehnte nach dem Bezug der Räume des damaligen Werkhofes in Alt-Weil (1966) und des Feuerwehrhauses auf der Leopoldshöhe (1965) ist es an der Zeit, die beiden Einrichtungen so unterzubringen wie es den aktuellen und den zukünftig erwartbaren Bedürfnissen entspricht. Indem wir Feuerwache und Betriebshof baulich zusammenführen, verwirklichen wir ein Konzept, das auch außerhalb unserer Stadt beachtet wird.
Für die Beteiligten geht eine lange Zeit des Wartens, der Diskussion, des Überlegens, des Verwerfens, des erneuten Durchdenkens und Planens zu Ende. Ab heute wird es konkret.
Erwogene Standorte und Varianten waren abhängig von den tatsächlichen und gesetzlichen Einsatzanforderungen. Deshalb war die Diskussion manchmal etwas kompliziert. Hinzu kam die Tradition in historisch gewachsenen Abteilungen.
Die intensive inhaltliche Debatte, innerhalb der Feuerwehr selbst, in der Stadtverwaltung und im Gemeinderat hat sich gelohnt.Neue Strukturen sind für die Feuerwehren im ganzen Land notwendig, auch in Weil am Rhein. Die Gründe liegen auf der Hand:
Das sind alles gute Gründe, die bauliche Neuordnung mit strukturellen Veränderungen zu verbinden.
Ab heute setzen wir eine Planung um, die viele Vorteile hat:
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Wir beginnen heute eines der größten Bauprojekte in der jüngeren Geschichte der Stadt. Sie sehen das schon allein an der „Parade der technischen Fahrzeuge“ um uns herum. Feuerwehr und Betriebshof haben heute einige der Fahrzeuge aufgestellt, die in dem neuen Gebäude untergebracht werden. Die Fahrzeuge demonstrieren eindrücklich die vielfältigen Aufgaben, die Feuerwehr und Betriebshof zu meistern haben.
Fahrzeuge des Betriebshofes
Vor Ihnen stehen die Fahrzeuge des Betriebshofes – 19 Fahrzeuge (4 Lkw bzw. große Traktoren, 7 Transporter, 5 Pkw, 3 kleinere Traktoren) und 11 Anhänger für diverse Funktionen wie das Absperren von Straßen oder das Einsammeln von Grünschnitt und Laub. Zu den Fahrzeugen kommen beim Einzug noch die Gerätschaften hinzu, die an die Fahrzeuge angehängt bzw. montiert werden können wie beispielsweise Schneeschieber oder Streusalzverteiler. Auch sie brauchen ihren Platz.
Fahrzeuge der Feuerwehr
Die Feuerwehr ihrerseits wird in ihrem Teil des Gebäudes 8 Großfahrzeugen, 6 Kleinfahrzeugen und 3 Anhängern unterstellen. Vom derzeitigen Fuhrpark bleiben in den Abteilungen Haltingen, Ötlingen und Märkt je zwei Fahrzeuge zurück.
Zu den Feuerwehrfahrzeugen, die in die neue Wache wechseln, gehören
Für alle diese Gerätschaften des Betriebshofes und der Feuerwehr brauchen wir Stellfläche – und das ebenerdig. Und für die Menschen, die die Gerätschaften bedienen, braucht es Büros, Sozialräume, Schulungsräume usw. – und bei der Feuerwehr natürlich ein „Florianstüble“ für die Kameradschaftspflege.
Das Architekturbüro „Drei Architekten“ aus Stuttgart hat einen funktional durchdachten, überzeugenden und doch der Umgebung gut angepassten, landschaftsgerechten Entwurf gefertigt. Er wurde in enger Absprache mit der Leitung des Betriebshofes, der Feuerwehr und unserem Gebäudemanagement im Zuge der Zeit immer weiter optimiert.
Das Wort Großbauprojekt wird deutlich an den baulichen Dimensionen. Das Gebäude wird – in der Form des Buchstabens L – zwei Schenkel haben, die an der Gelenkstelle mit den Büro- und Sozialräumen verbunden sind. Die Fassade nach Norden – d.h. zur B 317 hin – wird rund 77 Meter, die Fassade im Osten rund 91 Meter lang werden.
Wir haben gemeinsam mit den Architekten ein beispielhaftes Energieversorgungskonzept entwickelt. Mit dem Grundwasser wird über einen Wärmetauscher im Winter geheizt. Eine Photovoltaikanlage erzeugt einen Großteil des Stroms, der für die Pumpen und die Elektrizitätsversorgung notwendig ist. In einer Zisterne unter dem Schlauchturm wird das Regenwasser gesammelt, das für Reinigungszwecke und für Übungszwecke genutzt werden kann. Zusammen mit der Holzfassade ergibt sich ein energetisch und ökologisch beispielhaftes Gebäude. Dies bringt auch der Zuschuss der badenova aus ihrem Innovationsfonds zum Ausdruck.
Ein paar Worte zur Bauausführung:
Vom Land Baden-Württemberg erhalten wir einen Festbetragszuschuss in Höhe von € 588.000.-. Aber 95 % der Baukosten (!) bringt die Stadt Weil am Rhein aus eigenen Mitteln auf. Kein anderes Projekt der vergangenen Jahrzehnte hatte diese finanzielle Dimension für den städtischen Haushalt. Bei keinem anderen Projekt der Vergangenheit, aber auch in der nächsten Zukunft ist der städtische Finanzanteil so hoch. Und deshalb ist es mehr als berechtigt, auch im finanziellen Sinne von einem Großprojekt zu sprechen.
In einem ersten Ausschreibungspaket haben wir bereits Aufträge im Gesamtbetrag von € 3,6 Mio. erteilt. Sie umfassen acht Gewerke und etwas mehr als 40% der insgesamt erforderlichen Bauleistungen. Bei sechs Gewerken kamen die günstigsten Bieter aus der Region und erhielten deshalb auch den Auftrag.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Ich danke dem Leiter unseres Hauptamtes, Herrn Christoph Huber und dem Leiter unseres Gebäudemanagements, Herrn Jürgen Hitze für ihr großes Engagement. Sie haben im Rahmen unserer städtischen Projektstruktur federführend und gemeinsam mit der Führung der Feuerwehr und des Betriebshofes, mit den Architekten und Fachplanern das Projekt ausgezeichnet vorangetrieben. Das verdient uneingeschränkte Anerkennung – denn immerhin widmen sich beide Ämter im Moment noch zahlreichen anderen größeren Baustellen wie beispielsweise Neubau des Zweiten Gymnasiums und Konjunkturpaket II.
Ich danke dem Spielmannszug der Feuerwehr für die Untermalung des Spatenstichs. Mein Dank gilt auch der Abteilung Haltingen, die unsere anschließende Verpflegung organisiert hat.
Etwa 18 Monate Bauzeit liegen vor uns. Feuerwehr und Betriebshof haben ab heute ein klares Ziel für den Umzug im Spätherbst 2010 vor Augen. Das motiviert zusätzlich für die kommenden Monate.
Ich wünsche uns einen zügigen und unfallfreien Ablauf der Bauarbeiten.
