„Wenn die Länge des Planungsprozesses am Ende für die Qualität des Bauvorhabens spricht, dann ist die neue Zentrale Feuerwache und der Betriebshof ein gelungenes Beispiel“, so Oberbürgermeister Wolfgang Dietz. Immerhin reichen die ersten Ansätze für dieses Vorhaben bis in die 1980er Jahre zurück. Die Unterbringung der Abteilungen Leopoldshöhe, Alt-Weil, Friedlingen und Otterbach waren schon dort zunehmend kritisch gesehen worden. Neue Einsatzkonzepte für die Feuerwehr durch erhöhte Einsatzzahlen und die Komplexität der Einsätze erforderten ein Umdenken und ein Handeln. Auch was den Betriebshof angeht, ist es durchaus schwieriger geworden, den Notwendigkeiten an zeitgemäße Arbeitsbedingungen und an die Arbeitssicherheit Rechnung zu tragen. Insofern überzeugt das Gesamtkonzept, welches nach langer und ausführlicher Diskussion nun in die Umsetzung geht.
Die vier Feuerwehrabteilungen werden neue, zeitgemäße Räumlichkeiten vorfinden, die dem neusten Standard entsprechen. Dasselbe gilt für die Mitarbeiter des Betriebshofes. Nach dem Umzug der Stadtgärtnerei auf das Landesgartenschau-Gelände findet nun auch die Neuausrichtung des Betriebshofes ihren Abschluss.
In den Beratungen des Gemeinderates in Sulzburg im Jahr 2006 hatte man vereinbart, zu Beginn des Jahres 2007 die politische Diskussion über den Feuerwehrneubau führen zu wollen, wozu dann auch sämtliche Entscheidungsunterlagen vorliegen sollten. Hierbei ging man noch von einem Standort aus, dem so genannten Ohr, an der Schnittstelle der B 3, der Römerstraße sowie der Verbindung der B 3 zur Römerstraße. Vorgesehen war eine Realisierung der Feuerwache im Zeitraum 2010-2012. Der Neubau eines Betriebshofes war für den Zeitraum nach 2012 angedacht. Im Anschluss an die Klausurtagung des Gemeinderates wurde durch das beauftragte Büro, welches die Leistungsfähigkeit der Straßen im Bereich des „Ohrs“ berechnet hatte, festgestellt, dass eine langfristig zufrieden stellende bauliche Lösung zur Verkehrsfrage nicht herbeigeführt werden kann. Damit schied dieser Standort aus, der im Vorfeld insbesondere im Stadtteil Haltingen bei den dortigen Feuerwehrleuten für Emotionen gesorgt hatte.
Oberbürgermeister Wolfgang Dietz beauftragte das Amt für Gebäudemanagement und Umweltschutz und das Hauptamt zusammen mit der Feuerwehr und dem Betriebshof eine gemeinschaftliche Lösung zu sondieren, welche am jetzigen Baustandort realisiert werden sollte. Die Arbeiten führten im Ergebnis dazu, dass der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 07.11.2006 beschloss, die Zentrale Feuerwache und den Betriebshof auf dem LGS-Parkplatz zu errichten. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, für dieses Vorhaben einen Bauzeiten- und Kostenplan zu erstellen.
Als Ergebnis des Wettbewerbs zur Architektenfindung wurde das Büro „Drei Architekten“ aus Stuttgart beauftragt, welches bereits erfolgreich zusammen mit der Stadt Weil am Rhein den Neubau der Humboldthalle und die Erweiterung des Kant-Gymnasiums geplant und umgesetzt hatte. Die Beauftragung erfolgte dann durch den Gemeinderat am 27.11.2007.
Nach vielen intensiven Gesprächen mit den Nutzern, hat der Gemeinderat dann die endgültige Planung und die Kostenberechnung und damit auch die Baufreigabe in seiner Sitzung vom 24.04.2008 beschlossen.
Die Bauzeit wird rund 18 Monate betragen, sodass ein Bezug der Räumlichkeiten im 4. Quartal 2010 möglich sein wird. Die Investitionskosten insgesamt belaufen sich auf rund 11 Mio. €, wovon ein Zuschuss des Landes über 588.000 € für den Bereich der Feuerwehr zugesagt ist. Die restlichen Mittel werden ausschließlich aus dem Städtischen Haushalt bereitgestellt. Mit dem Auszug des Betriebshofes aus seinem angestammten Domizil zwischen der Hinterdorfstraße und der Mittleren Straße und dem Umzug der vier Feuerwehrabteilungen Leopoldshöhe, Alt-Weil, Friedlingen und Otterbach ergeben sich zwangsläufig auch Fragen der Nachnutzung der Grundstücke. Städtebaulich interessant und von großer Bedeutung ist sicherlich der Wegfall des Betriebshofes. Zusammen mit der dort untergebrachten Feuerwehrabteilung Alt-Weil bestand eine Gemengelage, die für die umgebende Wohnbebauung eher nachteilig ist. Dieser Bereich wird einer städtebaulichen Neuordnung zugeführt werden, wobei an eine der Struktur Alt-Weils entsprechende reine Wohnnutzung gedacht wird.
