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08.11.2006 Einführung von OB Wolfgang Dietz in der Gemeinderatssitzung zum TOP 2170 -Planung und Bau einer Zentralen Feuerwache mit Betriebshof- am Di, 7. Nov. 2006


Modellfoto der zukünftigen Feuerwache mit Betriebshof
Dem Gemeinderat der Stadt liegt heute ein höchst bedeutsamer Tagesordnungspunkt vor: die Entscheidung über eine neue zentralisierte Feuerwache in Kombination mit Betriebshof. Das rege Interesse in der Bevölkerung und namentlich bei den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr beweist die Bedeutung, die der zeitgerechten Unterbringung unserer Wehr – zu Recht – zugemessen wird.

 


Gemeinderat, Oberbürgermeister und Verwaltung haben immer die Bedürfnisse der Freiwilligen Feuerwehr gesehen und sich darum bemüht, die Anforderungen im Rahmen des finanziell machbaren zu erfüllen. Denn das Bekenntnis zur Feuerwehr  ist ein Bekenntnis zur Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Es vergeht fast kein Tag ohne Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr. Gerade in den jüngsten Tagen hat die Feuerwehr einmal mehr ihre wertvolle Hilfe auch bei schwierigsten Fällen unter Beweis gestellt.

 

Umgekehrt hat die Stadtpolitik auch bei den Feuerwehrleuten auf Verständnis rechnen können, wenn in den vergangenen Jahren Investitionen in die Schulen und damit in die Zukunft unserer Kinder oben auf der Liste standen.

 

Gerade eine Feuerwehr, die auf der Leistung von freiwillig sich in den Dienst des Nächsten stellendem Bürgerinnen und Bürgern beruht, braucht zeitgerechte Arbeitsbedingungen. Wer einmal ein Mal einen Blick in die Werkstatt in der Leopoldshöhe geworfen hat, weiß im die Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Soviel steht fest: An den alten und bisherigen Standorten geht das nicht. Ganz so einfach ist es aber bei der Frage nicht, wenn es um einen neuen Standort geht. Denn Standort und Konzept müssen aufeinander abgestimmt sein, ja sie bedingen sich gegenseitig.

 

Herr Kommandant Klaus Gempp, dem ich an dieser Stelle ausdrücklich für die ausgezeichnete Zusammenarbeit bei der Vorbereitung dieser bedeutsamen Entscheidung danken will,  wird

·           die gesetzlichen Vorgaben,

·           das Einsatzkonzept und

·           die Kriterien der Standortwahl erläutern.

Dabei wird zu sehen sein, dass ein neuer Standort entlang der Hauptverkehrsachsen liegen muss, damit die Einrückzeiten für die Feuerwehrleute – ohne Sondersignal – möglichst kurz und die Fahrt von der Wache zu den häufigsten Unfall- und Gefahrenquellen möglichst schnell von statten gehen kann.

 

Herr Gempp und ich haben zusammen den Gedanken einer Kombination von Feuerwehr und Betriebshof entwickelt. In der Kombination von Feuerwehrneubau gemeinsam mit der Auslagerung des Betriebshofes sehen wir große Chancen.

 

Welches sind für mich die Gründe ?

 

Die Verwertung der bisherigen Standorte der Feuerwehrabteilungen. Die bisherigen Gebäude und Grundstücke der Feuerwehr in Friedlingen, am Otterbach und auf der Leopoldshöhe, lassen sich entweder kaum, gar nicht oder nur sehr schwer verwerten. Sie können also zur Finanzierung des Neubaus keinen relevanten Beitrag leisten.

 

Anders verhält es sich mit dem Standort Alt-Weil. Hier liegt die Feuerwehr gemeinsam mit dem Betriebshof - historisch bedingt - geradezu eingepfercht zwischen herangerückter Wohnbebauung. Siedelt man den Betriebshof zusammen mit der Feuerwehr aus, kann man städtebaulich die bestehende ungute Gemengelage mit planerischem Konfliktpotenzial aufheben. Das ist übrigens nicht neu, denn vor Jahren hat man aus ähnlichen Beweggründen die Stadtgärtnerei ins Nonnenholz ausgesiedelt. Auch die Kombination Feuerwehr / Betriebshof war in der Vergangenheit diskutiert worden, ließ sich aber auf dem zunächst ins Auge gefassten Areal des so genannten „Ohr“ aus Platzgründen nicht unterbringen. Am Otterbacher Kreisel geht das.

 

Siedelt man also den Betriebshof aus, erhält man ein Areal von rund 4.400 qm bester Lage für Wohnbebauung. Damit kann dieser bisherige Standort zur Finanzierung der neuen Wache herangezogen werden.

 

Wir lösen mit diesem vorgeschlagenen Konzept auch dauerhaft einen planerischen und auch tatsächlichen Nutzungskonflikt zwischen den Bedürfnissen der Wohnbevölkerung und den Notwendigkeiten einsatzfähiger kommunaler Dienste, die allen Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt zu Gute kommen.

 

Für den Betriebshof war als Aussiedlungsfläche immer wieder das Areal beim Wasserwerk im Gespräch. Diese Fläche wurde von Vertretern des Naturschutzes – wenn es etwa um die Erweiterung des Parkplatzes für Laguna ging – als wertvoll angesehen. Wir vermeiden also mit dem vorgeschlagenen Konzept auch für die Zukunft einen Eingriff in den Naturhaushalt, an einer als empfindlich angesehenen Stelle.

 

Weitere Punkte will ich nur als Stichworte nennen. Sie sind in der Vorlage ausgeführt.

 

·           Energieeinsparung durch zeitgerechte Energienutzung und ein den heutigen Möglichkeiten entsprechendes Gebäude.

 

·           Personalrekrutierung

·           Mulitfunktionale Fahrzeugnutzung durch Wechselladertechnik.

 

Mit dem von Verwaltung und Feuerwehr erarbeiteten Konzept gelingt es uns, mehrere Problemkreise zugleich zu lösen. Ich will nochmals ausdrücklich darauf hinweisen: ohne die gleichzeitige Verlegung des Betriebshofes kann das Areal nicht verwertet werden und kann es nichts zur Finanzierung des Projektes beisteuern.

Im Gegenteil: würden wir das Projekt nicht in einem Zug realisieren, würden wir die Zahl der öffentlichen Gebäude – und damit die Kosten des Unterhalts – vermehren und nicht mindern oder wenigstens gleich halten.

 

Wir müssten diesen Verkaufserlös also entweder aus Ansparungen entnehmen oder – was ich nicht als Ziel verfolgen möchte – als Kredit aufnehmen.

Der wirtschaftliche Wert des Areals liegt immerhin bei

·           etwas über 1 Mio. Euro oder – wenn Sie dieses Kapital auf dem Kreditmarkt aufnehmen müssten –

·           bei rund 45.000 Euro Zinsen (ohne Tilgung !) pro Jahr.

Wir haben hier bewusst sehr zurückhaltend kalkuliert und nur die Preise der Richtwertkarte zu Grunde gelegt.

 

Zudem hat mir die Geschäftsführung der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft aufgrund einer entsprechenden Beratung im Aufsichtsrat inzwischen eine Interessensbekundung übermittelt. Die Geschäftsführung kann sich vorstellen, auf dem Areal ein Projekt mit Mehrgenerationenwohnen, Eigentums- und Mietwohnungen zu realisieren.

 

Die jetzt anstehende Planungsphase muss dazu dienen, Lösungen aufzuzeigen für

·           ein zeitgerechtes Leistungsverzeichnis bzw. Raumprogramm mit Anforderungsprofil für Feuerwehr mit Betriebshof und gegebenenfalls Rettungswache,

·           eine optimale Raumnutzung,

·           eine dauerhaft energiesparende oder besser energiearme Ausführung.

Mit dem so genannten Wettbewerbsverfahren, das wir seinerzeit beim Kant-Gymnasium durchführten, haben wir sowohl planerisch als auch finanziell gute Erfahrungen gemacht, weshalb wir dieses Verfahren auch hier anwenden wollen.

 

 



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