Haltingen

Haltingen ist mit der Kernstadt Weil am Rhein am dichtesten verwachsen. Das Schienennetz des Rangierbahnhofs umgreift den Stadtteil Haltingen genauso wie die Leopoldshöhe. Und wer von oben auf die Stadt hinunterblickt, kann sich fast ausrechnen, dass eines Tages Haltingen und die Leopoldshöhe zusammenwachsen werden. Dabei war die Neigung der Haltinger, künftig zu »Wiilern« zu werden, gar nicht sehr groß. Bis auf den letzten Tag hatte die ehemalige Haltinger Gemeindeverwaltung die Entscheidung hinausgeschoben. Es half nichts: 1975 stand man vor vollendeten Tatsachen.

Panoramaansicht von Haltingen

Das stattliche Rebdorf Haltingen hatte sich zum Stadtteil gewandelt. Die Reben waren viele Jahrhunderte lang Haltingens Haupterwerb. Die Reben und das Obst. Beide werden in großen Genossenschaften vermarktet. Die Bahn kam im 19. Jahrhundert und veränderte Haltingen, lange bevor die Leopoldshöhe, also Weil, den Bahnanschluss bekam. Heute betreibt die Bundesbahn in Haltingen große Bahnbetriebswerke. Haltingen war bis in unser Jahrhundert ein typisches Markgräfler Haufendorf mit engen Gassen, verwinkelten Höfen, Trotten und Scheunen. Dass davon so gut wie nichts mehr zu sehen ist, mag verwundern. Aber 1940 geriet das Dorf unter Artilleriebeschuss und brannte fast vollkommen nieder. Von den Nationalsozialisten wurde Haltingen anschließend als beispielgebendes Dorf mit großen, wuchtigen »Erbhöfen« wieder aufgebaut. Dass die St. Georgskirche, die über 850 Jahre alt ist, bei diesen Kriegsereignissen unbeschädigt erhalten blieb - es ist ein reines Wunder.

 

Quellenangabe

Weil am Rhein
Rolf Frei
Raimund kagerer
Fred Sepaintner
Verlag Stadler Konstanz
Erschienen 1991
ISBN: 3-7977-0253-1

Cover des Bildbandes Weil am Rhein

Weitere Informationen

Die Ortsverwaltung Haltingen im Behördenwegweiser