Sauberes Trinkwasser zu einem guten Preis


Wasserhahn Während andere Gemeinden im Land derzeit versuchen, aus missglückten Leasingverträgen mit Übersee-Investoren auszusteigen, muss sich die Stadt Weil am Rhein über dieses Thema keine Sorgen machen. Schließlich wird die städtische Wasser- und Abwasserversorgung seit Jahren optimal durch die Stadtwerke und den Wasserverband Südliches Markgräflerland bzw. den Verband Wiese (Abwasserverband) betreut. "Für uns stand eine Privatisierung dieses Bereiches nie zur Diskussion. Wir sind wirtschaftlich selbst in der Lage, die Bevölkerung von Weil am Rhein zu einem guten Preis mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu versorgen", so Oberbürgermeister Dietz.

Das so genannte "Cross-Border-Leasing" ist ein Phänomen der letzten Jahre, mit dem Kommunen und Verbände ihre Wasser- und Abwasserstruktur vertraglich ins Ausland verpachtet und zurückgeleast haben. Dank einer übersichtlichen Infrastruktur, die sich aus dem städtischen Leitungsnetz, dem Klär- und Überlaufbecken sowie der Wasserwerkszentrale zusammensetzt, bestand zu keiner Zeit der Bedarf nach einer Fremdbetreuung. Auch eine schlanke Verwaltungsstruktur, die von den Mitarbeitern im Rathaus (kaufmännische Verwaltung) und im Wasserwerk (technische Betreuung) gebildet wird, hält die Kosten mit im Rahmen.

Daher ist es den Stadtwerken nun schon seit Jahren möglich, den Wasserpreis weitgehend stabil zu halten (2002: 1,80 Euro/m3, 2003: 1,90 Euro/m3, 2004: 1,88 Euro/m3, 2005: 1,93 Euro/m3, 2006: 1,88 Euro/m3, 2007: 1,95 Euro/m3, 2008: 1,88 Euro/m3, 2009: 1,78 Euro/m3). Auch die Wassermenge, die die Stadt über den Wasserverband bezieht, zeigt sich seit Jahren konstant (2003: 1.710.265 m3, 2004: 1.661.565 m3, 2005: 1.642.737 m3, 2006: 1.678.608 m3, 2007: 1.622.001 m3). Der Abgabepreis, zu dem der Verband seinen Mitgliedern das Wasser verkauft, hält sich seit 1995 beständig. In diesem Jahr wurde der Preis sogar um 4 Cent/ m3 gesenkt, was die Stadtwerke sofort über einen reduzierten Wasserpreis an die Bevölkerung weitergegeben haben.

Dem 1970 gegründeten Wasserverband Südliches Markgräflerland gehören neben Weil am Rhein noch sieben weitere Kommunen an, die über ihn ihr Frischwasser beziehen. Gefördert wird das Wasser über mehrere Tiefbrunnen im Mattfeld an der Wiese und über Pumpen in die zwei Hochbehälter "Kapf" und "Haltingen", gelegen in den dortigen Reben, geleitet. Von dort aus wird es anschließend über das Leitungsnetz an die Haushalte der Stadt verteilt. Für die Entsorgung des Wassers ist der Verband Wiese zuständig, der über ein Sammelbecken das Schmutzwasser in die Kläranlage Bendlegrund zur Säuberung weiterleitet.

Auch bei der Infrastruktur sind die Stadtwerke gut aufgestellt. Derzeit sind alle Anlagen auf dem aktuellen Stand, Kosten werden nur durch den laufenden Unterhalt produziert. Die größten Investitionen in den letzen Jahren waren die Totalsanierung des Hochbehälters Haltingen (ca. 270.000 Euro) und die computertechnische Ausstattung des Wasserwerks (ca. 200.000 Euro).